Umwelt

Klimaanlagen prüfen!

Was ist das Ziel der Verordnung?
Damit soll primär die Gesundheit von Menschen geschützt werden. Im Wesentlichen geht es darum, die Verbreitung von Mikroorganismen, insbesondere des Krankheitskeims Legionella spp., über die tröpfchenhaltige Abluft soweit zu reduzieren, dass keine Gesundheitsgefahr besteht. Trinkwasser wird schon seit längerem regelmäßig auf Legionellen überprüft, weil eine Infektion mit diesem Keim zu schweren Erkrankungen mit teils tödlichem Verlauf führen kann. Für technische Anlagen, in denen Wasser versprüht wird, sind diese Untersuchungen nunmehr ebenfalls verpflichtend. Darüber hinaus legt die 42. BImSchV weitere Maßnahmen fest, die das Gesundheitsrisiko minimieren sollen. Betreibern der genannten Anlagen wird ein hohes Maß an Verantwortung beim Schutz ihrer Mitarbeiter und Unbeteiligter zugewiesen.
Welche Anlagen sind konkret betroffen? In welchen Unternehmen finden sich diese Anlagen?
Dass Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider in der Schwerindustrie- und Energiewirtschaft eingesetzt werden, ist weithin bekannt. Allerdings sind unter Umständen auch kleine Kälte- und Energieerzeugungsanlagen sowie Nassabscheider betroffen, wie sie zum Beispiel in Blockheizkraftwerken, in der Kunststoff- und Holzverarbeitung und in der Mikroelektronik, aber auch in vielen anderen Bereichen anzutreffen sind. Solche Anlagen finden sich außerdem in der Gastronomie, an Hotel- oder Bürogebäuden.
Welche Pflichten haben die Betreiber solcher Anlagen?
Pauschal gesagt muss der Betreiber von der Errichtung, über den regelmäßigen Betrieb und Betriebsunterbrechungen bis hin zum Störfallmanagement alles ihm Mögliche tun, um Gesundheitsgefahren zu verhindern. Dazu hat er, gegebenenfalls unter Hinzuziehung einer hygienisch fachkundigen Person eine Gefährdungsbeurteilung für seine Anlage zu erarbeiten, für einen hygienisch einwandfreien Anlagenzustand zu sorgen, erforderlichenfalls die Qualität des Zusatz- und Nutzwassers zu verbessern und in regelmäßigen Abständen eigene und über zugelassene Labore externe Untersuchungen des Nutzwassers vorzunehmen oder vornehmen zu lassen. Werden bestimmte mikrobielle Werte überschritten, regelt die 42. BImSchV die dafür notwendigen Einzelmaßnahmen. Alle Maßnahmen und Mess- beziehungsweise Analysenergebnisse sind fortlaufend in einem Betriebsbuch zu dokumentieren. Zu beachten sind in jedem Fall neben der 42. BISchV auch einschlägige Normen, wie zum Beispiel VDI 2047-2.
Was sollten Firmen tun, die ihre Anlage bisher nicht gemeldet haben?
Ich empfehle, sich schnellstmöglich an die zuständige Behörde, das heißt an das Gesundheitsamt des Landkreises beziehungsweise bei großen Anlagen an das Landesumweltamt zu wenden. Die Anmeldung erfolgt über ein Onlineregister. Wer nicht sicher ist, ob seine Anlage der Anzeigepflicht unterliegt, kann sich unter anderem bei der IHK dazu beraten lassen.
Das Interview führte Luise Frahm
In der folgenden Bildergalerie sind einige typische Anlagen dargestellt, die der 42. BImSchV unterliegen. Unternehmer, die solche Anlagen betreiben, sollten sich umgehend an die zuständige Behörde oder die IHK wenden!