Industrie

Eingetrübtes Investitionsklima

Die aktuelle Geschäftslage der Ostbrandenburger Industrie hat sich zum Frühsommer verschlechtert. Der Saldo aus einer guten und einer schlechten Geschäftslage sank gegenüber dem Jahresbeginn von 39,1 Punkten auf 25,4 Zähler. Hintergrund dieser Entwicklung ist vor allem der deutlich niedrigere Anteil der Unternehmen mit einer guten Geschäftslage. Während ihr Anteil zu Jahresbeginn noch knapp die Hälfte der Antworten ausmachte, lag er im Frühsommer nur bei etwas mehr als einem Drittel. Er befand sich damit auf einem ähnlichen Niveau wie im vergangenen Herbst.
Im Gegensatz dazu zeigt sich bei den Geschäftserwartungen der Ostbrandenburger Industrie ein optimistischerer Trend. Der Saldo aus positiven und negativen Geschäftserwartungen kletterte im Vergleich zum Jahresbeginn von -42,2 Punkten auf -20,9 Zähler. Insbesondere der Anteil der Unternehmen mit einem positiven Blick in die Zukunft ist zuletzt spürbar angestiegen. Dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor etwas weniger als die Hälfte der Unternehmen in den kommenden Monaten mit schlechteren Geschäften rechnet.
Die Investitionsabsichten in der Ostbrandenburger Industrie haben sich dagegen eingetrübt. Zum einen sank der Anteil der investierenden Unternehmen vom Jahresbeginn zum Frühsommer leicht von 81,6 auf 79,0 Prozent. Zum anderen fiel der Saldo aus steigenden und fallenden Investitionen von 23,9 Punkten auf 22,4 Zähler. Einen Lichtblick stellt allerdings der Anteil der Unternehmen mit fallenden Investitionen dar, da er inzwischen nur noch 4,8 Prozent beträgt. Außerdem will ein Großteil der Industrieunternehmen sein Investitionsniveau konstant halten.  
Bei den Investitionsmotiven spielt der Ersatzbedarf mit 88,6 Prozent weiterhin die wichtigste Rolle. Auf den Rängen zwei und drei folgen Kapazitätsausweitungen mit 47,0 Prozent und Umweltschutzmaßnahmen mit 45,2 Prozent. Eine geringere Relevanz haben indessen Rationalisierungen mit 34,3 Prozent und Produktinnovationen mit 16,9 Prozent.

Die besseren Geschäftserwartungen spiegeln sich in den Beschäftigungsabsichten der Ostbrandenburger Industrie wider. So nahm der Saldo aus steigenden und fallenden Beschäftigtenzahlen gegenüber dem Jahresbeginn von 5,7 Punkten auf 14,5 Zähler zu. Hierzu trug insbesondere der deutlich gesunkene Anteil der Unternehmen mit einem geplanten Personalabbau bei. Auch wenn fast drei Viertel der Industrieunternehmen ihren Personalbestand beibehalten wollen, setzt sich damit der positive Trend bei den Beschäftigungsabsichten fort.
Für die meisten Unternehmen aus der Ostbrandenburger Industrie zählen die Energie- und Rohstoffpreise mit 62,3 Prozent aktuell zu den wichtigsten wirtschaftlichen Risiken. Eine ähnlich große Bedeutung weist der Fachkräftemangel mit 57,6 Prozent auf. Darüber hinaus bleiben die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 49,2 Prozent und der Inlandsabsatz mit 44,5 Prozent relevant.
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