Handel

Belastung durch anhaltende Corona-Beschränkungen

Die aktuelle Geschäftslage im Ostbrandenburger Handel hat sich im Vergleich zum Jahresbeginn verschlechtert. Der Saldo aus einer guten und einer schlechten Geschäftslage fiel von 4,1 Punkten auf -12,2 Zähler. Zum einen nahm der Anteil der Unternehmen mit einer schlechten Geschäftslage auf rund ein Drittel zu. Zum anderen sank der Anteil der Unternehmen mit einer guten Geschäftslage auf etwa ein Fünftel. Hierfür dürften vor allem die große Bedeutung des stationären Handels in Ostbrandenburg und die verschärften Corona-Beschränkungen verantwortlich sein.
Im Gegensatz dazu haben sich die Geschäftserwartungen im Ostbrandenburger Handel verbessert. Der Saldo aus positiven und negativen Geschäftserwartungen stieg im Vergleich zum Jahresbeginn von -39,0 Punkten auf -29,5 Zähler. Damit bleibt eine deutliche Mehrheit des Handels zwar pessimistisch, was ihre Zukunftsaussichten betrifft. Der Anteil der pessimistischen Unternehmen ist jedoch von knapp der Hälfte auf etwas mehr als ein Drittel gefallen. Dies dürfte insbesondere auf dem zunehmenden Impffortschritt und der umfassenderen Teststrategie beruhen.
Bei den Investitionen ergeben sich für den Ostbrandenburger Handel gegenläufige Entwicklungen. Auf der einen Seite kletterte der Anteil der investierenden Unternehmen gegenüber dem Jahresbeginn von 58,3 auf 60,7 Prozent. Auf der anderen Seite verringerte sich der Saldo aus steigenden und fallenden Investitionen von 18,3 Punkten auf 8,5 Zähler. Der Anteil der Unternehmen mit steigenden Investitionen hat daher seit dem vergangenen Herbst kontinuierlich abgenommen. Der Anteil der Unternehmen mit fallenden Investitionen hat sich indessen kaum verändert.
Bei den Investitionsmotiven steht weiterhin der Ersatzbedarf mit 54,9 Prozent an erster Stelle. Auf den Rängen zwei und drei folgen Rationalisierungen mit 43,7 Prozent sowie Umweltschutzmaßnahmen mit 35,2 Prozent. Von geringerer Bedeutung sind dagegen Produktinnovationen und Kapazitätsausweitungen mit 16,9 bzw. 12,7 Prozent.

Die Beschäftigungsabsichten im Ostbrandenburger Handel haben sich vom Jahresbeginn zum Frühsommer eingetrübt. Der Saldo aus steigenden und fallenden Beschäftigtenzahlen nahm von -9,2 Punkten auf -13,3 Zähler ab. Der leicht gewachsene Anteil der Unternehmen mit geplanten Neueinstellungen wurde dabei vom Anteil der Unternehmen mit Entlassungen mehr als ausgeglichen. Rund drei Viertel der Händler rechnet aktuell mit einer gleichbleibenden Personaldecke. Insgesamt haben sich die Beschäftigungsabsichten im Handel damit seit dem vergangenen Herbst immer weiter verschlechtert.  
Vor dem Hintergrund der nach wie vor gültigen Corona-Beschränkungen bleiben der Inlandsabsatz mit 59,8 Prozent und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 51,6 Prozent die größten Risiken für den Ostbrandenburger Handel. Von größerer Relevanz sind darüber hinaus der Fachkräftemangel mit 40,2 Prozent sowie die Energie- und Rohstoffpreise mit 34,4 Prozent.
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