Baugewerbe

Wachsendes Risiko der Energie- und Rohstoffpreise

Aufgrund der verhältnismäßig geringen Antwortzahl lässt sich die Entwicklung des Ostbrandenburger Baugewerbes nicht eindeutig bestimmen. Der Saldo aus einer guten und einer schlechten Geschäftslage legt allerdings nahe, dass sich die aktuelle Geschäftslage verbessert hat. Der entsprechende Wert erhöhte sich vom Jahresbeginn zum Frühsommer von 32,5 Punkten auf 41,3 Zähler. Diese Verbesserung resultierte vor allem aus dem gewachsenen Anteil der Unternehmen mit guten Geschäften. Die konjunkturelle Lage im Baugewerbe dürfte damit von allen Branchen am besten ausfallen.
Die Ergebnisse der Geschäftserwartungen deuten im Ostbrandenburger Baugewerbe auf optimistischere Zukunftsaussichten. Der Saldo aus positiven und negativen Geschäftserwartungen stieg im Vergleich zum Jahresbeginn von -27,5 Punkten auf -23,8 Zähler. Der Anteil der Unternehmen mit negativen Erwartungen ist zuletzt zwar geringfügig angestiegen. Trotz der relativ geringen Antwortzahl dürfte dieser Anstieg aber durch einen Zuwachs beim Anteil der Unternehmen mit positiven Erwartungen mehr als ausgeglichen worden sein.
Auch bei den Investitionen lässt die relativ geringe Antwortzahl keine eindeutigen Aussagen zu. Die vorliegenden Antworten weisen jedoch darauf hin, dass der Anteil der investierenden Bauunternehmen von 84,0 auf 60,0 Prozent zurückgegangen ist. Gleichzeitig legt der Saldo der Investitionsabsichten eine Verbesserung nahe. Er kletterte gegenüber dem Jahresbeginn von -5,4 Punkten auf 10,4 Zähler. Rund ein Drittel der investierenden Unternehmen rechnet mit steigenden Investitionen. Daher dürften inzwischen mehr Bauunternehmen ihre Investitionen ausweiten als einschränken.
Bei den Investitionsmotiven bleibt der Ersatzbedarf mit 83,3 Prozent der wichtigste Investitionsgrund. Auf den Rängen zwei und drei folgen Kapazitätsausweitungen mit 27,1 Prozent und Rationalisierungen mit 25,0 Prozent. Die Bedeutung des Umweltschutzes und der Produktinnovationen fällt mit 18,8 bzw. 8,3 Prozent dagegen geringer aus.

Die Beschäftigungsabsichten im Ostbrandenburger Baugewerbe dürften sich vom Jahresbeginn zum Frühsommer verschlechtert haben. So verringerte sich der Saldo aus steigenden und fallenden Beschäftigtenzahlen von 11,2 Punkten auf 6,3 Zähler. Der Anteil der Unternehmen mit geplanten Entlassungen ist zwar gesunken. Dieser Rückgang wurde allerdings durch den geringeren Anteil der Unternehmen mit steigenden Beschäftigtenzahlen überkompensiert. Ob die schlechteren Beschäftigungsaussichten Wirklichkeit werden, bleibt aufgrund der geringeren Antwortzahl jedoch abzuwarten.
Die günstige konjunkturelle Lage des Ostbrandenburger Baugewerbes trägt dazu bei, dass der Fachkräftemangel von 78,5 Prozent der Unternehmen als großes wirtschaftliches Risiko betrachtet wird. Eine ähnliche Relevanz wird mit 65,8 Prozent nur noch den Energie- und Rohstoffpreisen zugeschrieben. Der Inlandsabsatz bereitet dagegen 54,4 Prozent der Bauunternehmen Kopfzerbrechen.
Sie lesen den Konjunkturbericht lieber als zusammenhängende Broschüre? Auf Anfrage schicken wir Ihnen den Konjunkturbericht gerne in der gedruckten Fassung oder als PDF-Datei zu.