Gesamtergebnisse

Erneute konjunkturelle Erholung in Ostbrandenburg

Die aktuelle Geschäftslage der gewerblichen Wirtschaft hat sich in Ostbrandenburg zuletzt wieder verbessert. Der Saldo aus einer guten und einer schlechten Geschäftslage erhöhte sich von 11,7 Punkten zu Jahresbeginn auf 21,9 Zähler zum Frühsommer. Zu dieser Entwicklung trug vor allem der deutlich gestiegene Anteil der Unternehmen mit einer guten Geschäftslage bei. Wenngleich die Konjunkturumfrage im Frühsommer 2020 unter weniger Befragten durchgeführt wurde, deutet auch der Vergleich mit dem Vorjahr auf eine konjunkturelle Erholung hin.
Darüber hinaus zeigen die Geschäftserwartungen der gewerblichen Wirtschaft einen optimistischeren Blick in die Zukunft. Gegenüber dem Jahresbeginn nahm der Saldo aus positiven und negativen Geschäftserwartungen von -31,7 Punkten auf -17,4 Zähler zu. Dies beruht insbesondere auf dem erheblich gesunkenen Anteil der Unternehmen mit negativen Geschäftserwartungen. Der im Minusbereich liegende Saldo verdeutlicht aber die nach wie vor trüben Zukunftsaussichten vieler Unternehmen. Fast 30 Prozent von ihnen rechnen in den kommenden Monaten mit schlechteren Geschäften.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt sich für den Konjunkturklimaindex eine insgesamt günstige Entwicklung. So kletterte er von 87 Punkten zu Jahresbeginn auf 100 Zähler im Frühsommer. Der 10-Jahres-Durchschnitt von 113 Punkten konnte damit jedoch bei weitem noch nicht wieder erreicht werden. Betrachtet man den Konjunkturklimaindex für einzelne Branchen, fällt dieser für den Handel und das Verkehrsgewerbe unterdurchschnittlich aus. In den Dienstleistungen und im Baugewerbe liegt er dagegen über dem Wert des gesamten IHK-Bezirkes.
Im Gegensatz dazu lässt sich bei den Investitionen der gewerblichen Wirtschaft kein eindeutiger Trend erkennen. Der Anteil der investierenden Unternehmen hat gegenüber dem Jahresbeginn zwar von 70,2 auf 66,6 Prozent abgenommen. Gleichzeitig hat sich aber der Saldo aus steigenden und fallenden Investitionen von 10,6 Punkten auf 22,4 Zähler erhöht. Der etwas geringeren Zahl investierender Unternehmen steht daher die größere Neigung der Unternehmen zu steigenden Investitionen gegenüber.  
Bei den Investitionsmotiven spielte der Ersatzbedarf mit 82,1 Prozent nach wie vor die größte Rolle. Auf den Rängen zwei und drei folgten Kapazitätsausweitungen mit 31,6 Prozent und Umweltschutzmaßnahmen mit 30,8 Prozent. Die Bedeutung der Rationalisierungen und der Produktinnovationen fiel mit 27,7 bzw. 25,1 Prozent nur unwesentlich kleiner aus.
Die besseren Geschäftserwartungen schlagen sich unter anderem in den Beschäftigungsabsichten der gewerblichen Wirtschaft nieder. So nahm der Saldo aus steigenden und fallenden Beschäftigtenzahlen im Vergleich zum Jahresbeginn von -2,1 Punkten auf 1,5 Zähler zu. Damit geht zum ersten Mal seit der Corona-Pandemie wieder eine Mehrheit der Unternehmen davon aus, in den kommenden Monaten neues Personal einzustellen. Ob dies insgesamt zu einem Beschäftigungsaufbau führt, bleibt jedoch aufgrund der unbekannten Höhe der Neueinstellungen und Entlassungen abzuwarten.
Angesichts der günstigeren konjunkturellen Situation hat sich auch die Relevanz der wirtschaftlichen Risiken verändert. Inzwischen betrachten 54,5 Prozent der Ostbrandenburger Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise als großes Risiko für ihren Erfolg. Die Ränge zwei und drei belegen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 53,5 Prozent und der Fachkräftemangel mit 51,8 Prozent.

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