Schienenverkehr

Berlin - Stettin

Seit vielen Jahren kämpft die IHK Ostbrandenburg bereits für den durchgängig zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Angermünde – Stettin. Jetzt wurde die Planfeststellung gestartet. Damit soll die Inbetriebnahme im Jahr 2026 gelingen.
Die 49 Kilometer lange Strecke zwischen Angermünde und der Bundesgrenze (D/PL) in Richtung Szczecin wird fit für die Zukunft gemacht. Der Ausbau für Geschwindigkeiten bis 160 km/h, die durchgehende Elektrifizierung sowie der Bau eines zweiten Gleises ermöglichen kürzere Reisezeiten, mehr Züge auf der Strecke und eine klimafreundliche Mobilität.
Es ist geplant, die Arbeiten auf deutscher Seite  in zwei Abschnitten durchzuführen:

1. Abschnitt (Angermünde – Passow) – Planfeststellung gestartet

Auf dem rund 19 Kilometer langen Abschnitt zwischen Angermünde und Passow ist unter anderem der Ersatzneubau der bereits vorhandenen Oberleitung vorgesehen. Die vorhandenen Bahnanlagen werden für die höheren Geschwindigkeiten erneuert, die Verkehrsstation Passow wird modernisiert. Zudem sind bei Passow und Angermünde 740 Meter lange Überholgleise geplant. Für die Versorgung der Gesamtstrecke mit Bahnstrom wird bei Angermünde ein Umrichterwerk neu gebaut.

2. Abschnitt (Passow – Grenze D/PL)

Entlang des 30 Kilometer langen Abschnitts zwischen Passow und der deutsch-polnischen Grenze ist der Neubau eines zweiten Gleises sowie der Oberleitung vorgesehen. Die vorhandenen Bahnanlagen werden erneuert und die Bahnsteige in Schönow, Casekow, Petershagen und Tantow modernisiert.

Hintergrund

Bereits 2012 wurde im deutsch-polnischen Staatsvertrag die Grundlage für den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Metropolen Berlin und Angermünde geschaffen, im aktuellen Bundesverkehrswegeplan ist die Ausbauabsicht in dieser Form bestätigt worden.
Doch leider plante die Deutsche Bahn im Auftrag des Bundes lange Zeit nur einen eingleisigen Ausbau mit Elektrifizierung. Eine leistungsstarke Bahnstrecke konnte so nicht entstehen, weder für den Personen- noch für den Güterverkehr.
Nicht nur die Menschen aus Stettin und Berlin sind auf eine gute Bahnverbindung in die jeweils andere Metropole angewiesen. Auch die Menschen in der Uckermark pendeln nach Berlin oder Stettin, letztere sind vor allem Polen, die in der Uckermark heimisch geworden sind und die Region nachhaltig beleben.
In einem Schreiben an die Bundeskanzlerin Dr. Merkel hat sich ein breites Bündnis für den Ausbau der fehlenden 30 Kilometer ausgesprochen. Im Sinne der deutsch-polnischen Beziehungen, der Bahnkunden und den Menschen in der Region sollten dieses Projekt nicht am Bedarf vorbei umgesetzt werden.
Mit vielen gemeinsamen Aktionen in und aus der Region (Bundestagspetition, Veranstaltungen etc.) ist es gelungen, dass die Bahn seit 2018 nun auch den durchgehend zweigleisigen Ausbau plant.