Strompreise in Deutschland in 2017 um 2,6 Prozent gestiegen

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) stellte eine Strompreiserhöhung Ende 2017 gegenüber dem Vorjahr fest. In Deutschland liegt damit der Strompreis bei 15,12 Ct/kWh. Regional gibt es aber sehr große Preisunterschiede. Als Hauptgrund werden die gestiegenen Großhandelsnotierungen gesehen und nicht die Abgaben und Umlagen (EEG-Umlage 6,88 ct/kWh in 2017).
Wie setzt sich aber der Strompreis zusammen, und welche Belastungen entstehen durch Steuern, staatliche Abgaben und Klimaschutzinstrumente? Wie kann die Politik Strompreise senken oder zumindest ihre Steigerung dämpfen? Und nicht zuletzt: Was können Unternehmen selbst tun, um die Stromrechnung in den Griff zu bekommen?
Um diese und weitere Fragen zu beantworten und für mehr Transparenz in der Strompreisdebatte zu sorgen, hat der DIHK das Faktenpapier "Strompreise in Deutschland" neu aufgelegt. Die Veröffentlichung beleuchtet auf 55 Seiten Bestandteile, Entwicklungen und Strategien und listet im Anhang Schwellenwerte sowie Antragsformalitäten für Ermäßigungen bei den verschiedenen Strompreiskomponenten.
Der Energieausschuss der IHK Ostbrandenburg beteiligte sich an der Diskussion zum Faktenpapier und brachte einige Hinweise aus der Praxis.
Die durchschnittlichen Netznutzungsentgelte in Deutschland und Brandenburg im Vergleich zeigen, dass diese in allen Preiskategorien meist über einen Cent je Kilowattstunde teurer sind. In der nachfolgenden Tabelle sind Beispielpreise dargestellt.
Deutschland
   in ct/kWh
Brandenburg
   in ct/kWh
Niederspannung bei 160 kWh
und Benutzungsdauer 1.600 h/a
      5,9        7,1
Mittelspannung bei 160 kWh
und Benutzungsdauer 1.600 h/a
      4,5        5,5
Mittelspannung bei 650 kWh
und Benutzungsdauer 2.500 h/a
      3,9        4,8
Mittelspannung bei 4000 kWh
und Benutzungsdauer 4.000 h/a
      2,6        3,3
Quelle: Erhebung  VEA Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V.  Jan 2014, http://www.vea.de
Interessierte Unternehmen können sich an der Diskussion zur Entwicklung einzelner Strompreisbestandteile einbringen. Die IHK Ostbrandenburg setzt sich insbesondere für eine gerechtere Verteilung der Netznutzungsentgelte ein.