17.06.2021 | Corona-Pandemie

Corona-Schnelltests in Unternehmen

Neben einer Beschleunigung der Impfstrategie ist das Angebot von Schnell- und Selbsttests neben der Impfung ein wesentlicher Baustein in den Hygienekonzepten, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Zahlreiche Unternehmen führen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Tests bei ihren Mitarbeitern durch und die Zahl der Geimpften steigt.

Warum sollten Unternehmen das Testen unterstützen?

Unternehmen sind aufgefordert, ein individuelles Hygienekonzept zu entwickeln. Mit der Umsetzung ist der Gesundheitsschutz von Mitarbeitern, Kunden und Dritten zu gewährleisten. Dabei geht es nicht nur um Schutzmaßnahmen im Kundenkontakt und Sicherheitsabstandsregelungen, sondern auch um die Reinigung und Desinfektion, die Arbeitsplatzgestaltung, eventuelle Schutzausrüstung, die Schulung der Mitarbeiter und den Umgang mit Verdachtsfällen. 
Mit der Verordnung über den Umgang mit dem SARS-CoV-2-Virus und COVID-19 in Brandenburg vom 15. Juni (SARS-CoV-2-UmgV, gültig ab 16. Juni bis 13. Juli 2021) sind Erleichterungen in den verschiedenen Branchen und Wirtschaftsbereichen möglich und die betrieblichen Maßnahmen können entsprechend angepasst werden. Zu beachten sind besondere Regelungen bei steigender Sieben-Tage-Inzidenz. Das „Vierte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ sieht eine bundesweit verbindliche Notbremse ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 mit entsprechenden Einschränkungen vor (sog. „Bundesnotbremse“). 
Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft appellieren an die Unternehmen, ihren Beschäftigten Selbsttests oder Schnelltests anzubieten bzw. die Möglichkeit der Impfung durch Betriebsärzte oder Dienstleister zu ermöglichen. Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) sieht im §5 vor, dass unter anderem bei jedem physischen Kontakt, im direkten Gespräch mit Kunden oder in direkter Zusammenarbeit mit Kollegen mindestens zwei Tests pro Kalenderwoche anzubieten sind. Diese können im Unternehmen (siehe Musterbescheinigung zum Download) oder in den regionalen Testzentren durchgeführt werden.

Um dieses Video ansehen zu können, müssen Sie Ihre Cookie-Einstellungen anpassen und die Kategorie „Marketing Cookies" akzeptieren. Erneuern oder ändern Sie Ihre Cookie-Einwilligung
© DIHK

Selbsttest oder Schnelltest?

Grundsätzlich ist zwischen professionellen Point-of-Care-(PoC)-Antigenschnelltests und PoC-Antigenschnelltests zur Eigenanwendung (sogenannte Selbst- oder Laientest) zu unterscheiden. Point-of-Care-Antigenschnelltests sind Medizinprodukte, die Testungen auf SARS-CoV-2 ermöglichen, ohne dass dafür ein Labor beauftragt werden muss. Sie dienen zur Feststellung akuter Infektionen durch einen Nasen-Rachenabstrich, einen Abstrich im Bereich der vorderen Nasenwand (Nasaltests) oder auch durch einen Spuck- oder Gurgeltest. 
Professionelle PoC-Antigenschnelltests erfordern geschultes Personal und eine persönliche Schutzausrüstung. Wenn ein Unternehmen diese Variante für Mitarbeiter anbieten will, sind Vorkehrungen zu treffen. Es muss nicht nur Personal medizinisch eingewiesen werden, es muss auch für Schutzkleidung, Schutzbrille und Entsorgung des Abfalls gesorgt werden. Das Testergebnis liegt in 15 bis 20 Minuten vor. Positive Ergebnisse von Antigen-Schnelltests, die von geschultem Personal durchgeführt werden, sind meldepflichtig.
Selbst- oder Laientests unterliegen keiner Abgabebeschränkung und sind frei im Handel erhältlich. Diese Variante kann jeder selbst bei sich einsetzen. Fällt das Ergebnis positiv aus, ist dies nicht meldepflichtig. In jedem Fall sollte auch dieses positive Testergebnis durch einen PCR-Test überprüft und vorsichtshalber eine häusliche Quarantäne eingehalten werden, bis das Ergebnis vorliegt. Wird ein Selbsttest unter Aufsicht durchgeführt, wird er meldepflichtig. Also können Testmöglichkeiten für einen Laientest mit einer entsprechenden Belehrung, am Arbeitsplatz angeboten werden. Damit wird die Kontaktenachverfolgung aktiviert und es schließt sich ein PCR-Test an.
PCR-Tests erfolgen nur durch medizinisches Personal und Labore.
Um dieses Video ansehen zu können, müssen Sie Ihre Cookie-Einstellungen anpassen und die Kategorie „Marketing Cookies" akzeptieren. Erneuern oder ändern Sie Ihre Cookie-Einwilligung
© DIHK Bildungs GmbH

Bezugsquellen für Schnelltest und Selbsttests

Professionelle Tests sind zum Beispiel in Apotheken und in Sanitätshäusern erhältlich, können aber auch über andere Vertriebswege bezogen werden. Zum Beispiel im medizinischen Großhandel oder einem Fachhandel für Betriebshygiene. Selbsttests sind frei verkäuflich. Sie können übers Internet, im Handel oder in Apotheken erworben werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine Liste der zugelassenen Tests veröffentlicht, die kontinuierlich aktualisiert wird.
Auf der Webseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) finden Sie zugelassene Profi-Schnelltests und zugelassene Selbsttests.
Im Rahmen der Überbrückungshilfe III zählen die Kosten für Selbst- und Schnelltests für Mitarbeiter und Kunden zu den förderfähigen Hygienemaßnahmen und können durch antragsberechtigte Unternehmen im Antrag auf die Coronahilfe zu den förderfähigen Kosten gezählt werden.

IHKs bringen Anbieter und Käufer von Schnell- und Selbsttests zusammen

Auf der Plattform ecoFinder sind bereits viele Angebote für Schnell- und Selbsttests registriert. Über diese Matchmaking-Plattform können IHK-Mitgliedsbetriebe Unternehmen recherchieren, die Corona-Tests anbieten. Die Liste eingetragener Firmen gibt es auf der Plattform ecoFinder.
Wer selbst Corona-Tests herstellt oder verkauft, kann sich auf der Plattform mit dem Profil "Medizinische Schutzausrüstung/Virusnachweisverfahren" registrieren lassen.

Dokumentation im Unternehmen

Grundsätzlich gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Es kann aber aus Planungs- und Dokumentationszwecken sinnvoll sein, ein Testkonzept für das eigene Unternehmen zu erstellen. Ein solches kann folgende Punkte enthalten:
  • Ermittlung des monatlichen Bedarfs und der Beschaffung,
  • Festlegung der Testmodalitäten, des Testumfangs und der Testintervalle,
  • Festlegung der personellen Voraussetzungen,
  • Festlegung der strukturellen Voraussetzungen,
  • Festlegung der Vorgehensweise bei positivem Testergebnis (ggf. Meldung an Gesundheitsamt bei PoC-Antigen-Schnelltest),
  • Dokumentation (bei PoC-Antigen-Schnelltest) mit:
    Einverständniserklärung der Beschäftigten zur Durchführung der Tests verwendete PoC-Antigen-Schnelltests (Hersteller), durchführende Probenehmer (Institution, Name, Angaben zur Fachkunde).
  • Dokumentation der positiven Testergebnisse und Meldungen an das Gesundheitsamt. 

Aktuelle Online-Veranstaltungen zu Corona-Tests in Unternehmen

Rechtsfragen zu Corona-Tests in Unternehmen – Was geht rechtlich, was nicht? Dieses Online-Seminar gibt angesichts der teilweise noch unklaren Rechtslage erste Hilfestellungen im Umgang mit freiwilligen Selbsttests und arbeitgeberseitig angeordneten Schnelltests. Termine und Anmeldung.
Selbsttests im Unternehmen organisieren und durchführen. In diesem Online-Seminar erhalten Sie einen Überblick über Rahmenbedingungen, entscheidende organisatorische Maßnahmen sowie Hinweise zur praktischen Umsetzung von Selbsttests in die betriebliche Praxis. Termine und Anmeldung.