31.03.2021 | Corona-Pandemie

Corona-Schnelltests in Unternehmen

Neben einer Beschleunigung der Impfstrategie ist das Angebot von Schnell- und Selbsttests ein wesentlicher Baustein, um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Zahlreiche Unternehmen führen im Rahmen ihrer Möglichkeiten bereits Tests bei ihren Mitarbeitern durch.

Warum sollten Unternehmen das Testen unterstützen?

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft appellieren an die Unternehmen, ihren Beschäftigten Selbsttests oder Schnelltests anzubieten, um Infektionen frühzeitig zu erkennen. In der Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg (Stand 30. März 2021) sind Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dazu aufgefordert, auf der Grundlage eines individuellen Testkonzepts sicherzustellen, dass sich alle Beschäftigten mindestens an einem Tag pro Woche einer Testung in Bezug auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus unterziehen können. Insbesondere bei jedem physischen Kontakt im direkten Gespräch mit Kunden oder in direkter Zusammenarbeit mit Kollegen gibt das Testangebot für Mitarbeiter ein besseres Sicherheitsgefühl.
In regionalen Testzentren werden durch die Krankenkassen finanzierte Bürgertest angeboten. Unternehmen können mit Testzentren individuelle Vereinbarungen treffen, wonach Tests von Beschäftigten auf Kosten des Arbeitgebers durchgeführt werden.
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Selbsttest oder Schnelltest?

Grundsätzlich ist zwischen professionellen Point-of-Care-(PoC)-Antigenschnelltests und PoC-Antigenschnelltests zur Eigenanwendung (sogenannte Selbst- oder Laientest) zu unterscheiden. Point-of-Care-Antigenschnelltests sind Medizinprodukte, die Testungen auf SARS-CoV-2 ermöglichen, ohne dass dafür ein Labor beauftragt werden muss. Sie dienen zur Feststellung akuter Infektionen durch einen Nasen-Rachenabstrich, einen Abstrich im Bereich der vorderen Nasenwand (Nasaltests) oder auch durch einen Spuck- oder Gurgeltest. 
Professionelle PoC-Antigenschnelltests erfordern geschultes Personal und eine persönliche Schutzausrüstung. Wenn ein Unternehmen diese Variante für Mitarbeiter anbieten will, sind Vorkehrungen zu treffen. Es muss nicht nur Personal medizinisch eingewiesen werden, es muss auch für Schutzkleidung, Schutzbrille und Entsorgung des Abfalls gesorgt werden. Das Testergebnis liegt in 15 bis 20 Minuten vor. Positive Ergebnisse von Antigen-Schnelltests, die von geschultem Personal durchgeführt werden, sind meldepflichtig.
Selbst- oder Laientests unterliegen keiner Abgabebeschränkung und sind frei im Handel erhältlich. Diese Variante kann jeder selbst bei sich einsetzen. Fällt das Ergebnis positiv aus, ist dies nicht meldepflichtig. In jedem Fall sollte auch dieses positive Testergebnis durch einen PCR-Test überprüft und vorsichtshalber eine häusliche Quarantäne eingehalten werden, bis das Ergebnis vorliegt. Wird ein Selbsttest unter Aufsicht durchgeführt, wird er meldepflichtig. Also können Testmöglichkeiten für einen Laientest mit einer entsprechenden Belehrung, am Arbeitsplatz angeboten werden. Damit wird die Kontaktenachverfolgung aktiviert und es schließt sich ein PCR-Test an.
PCR-Tests erfolgen nur durch medizinisches Personal und Labore.
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Bezugsquellen für Schnelltest und Selbsttests

Professionelle Tests sind zum Beispiel in Apotheken und in Sanitätshäusern erhältlich, können aber auch über andere Vertriebswege bezogen werden. Zum Beispiel im medizinischen Großhandel oder einem Fachhandel für Betriebshygiene. Selbsttests sind frei verkäuflich. Sie können übers Internet, im Handel oder in Apotheken erworben werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine Liste der zugelassenen Tests veröffentlicht, die kontinuierlich aktualisiert wird.
Auf der Webseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) finden Sie zugelassene Profi-Schnelltests und zugelassene Selbsttests.
Im Rahmen der Überbrückungshilfe III zählen die Kosten für Selbst- und Schnelltests für Mitarbeiter und Kunden zu den förderfähigen Hygienemaßnahmen und können durch antragsberechtigte Unternehmen im Antrag auf die Coronahilfe zu den förderfähigen Kosten gezählt werden.

Dokumentation im Unternehmen

Grundsätzlich gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Es kann aber aus Planungs- und Dokumentationszwecken sinnvoll sein, ein Testkonzept für das eigene Unternehmen zu erstellen. Ein solches kann folgende Punkte enthalten:
  • Ermittlung des monatlichen Bedarfs und der Beschaffung,
  • Festlegung der Testmodalitäten, des Testumfangs und der Testintervalle,
  • Festlegung der personellen Voraussetzungen,
  • Festlegung der strukturellen Voraussetzungen,
  • Festlegung der Vorgehensweise bei positivem Testergebnis (ggf. Meldung an Gesundheitsamt bei PoC-Antigen-Schnelltest),
  • Dokumentation (bei PoC-Antigen-Schnelltest) mit:
    Einverständniserklärung der Beschäftigten zur Durchführung der Tests verwendete PoC-Antigen-Schnelltests (Hersteller), durchführende Probenehmer (Institution, Name, Angaben zur Fachkunde).
  • Dokumentation der positiven Testergebnisse und Meldungen an das Gesundheitsamt. 

Aktuelle Online-Veranstaltungen zu Corona-Tests in Unternehmen

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