FORUM Juni

Seit 30 Jahren auf dem Markt

Digitalisierung in allen Geschäftsbereichen soll Möbelwerke Prenzlau fit machen für die Herausforderungen der Zukunft.
Sowohl die Geschäftsleitung als auch die Belegschaft der Möbelwerke Prenzlau GmbH mussten nach der Privatisierung eines ehemaligen Volkseigenen Betriebes ohne Zweifel in der Marktwirtschaft viel Lehrgeld zahlen. Und dennoch können die heutige geschäftsführende Gesellschafterin Martina Spitza und ihr Team im Juli 2021 stolz darauf verweisen, dass es ihr Unternehmen bereits seit 30 Jahren gibt.

Investitionen in hochmoderne Maschinen

Im Laufe der Zeit wechselten sich geschäftlich erfolgreiche Jahre mit eher turbulenten ab. Martina Spitza ist froh, dass ein im Juni 2016 eingeleitetes Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung im September 2018 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Und nun soll es wieder kontinuierlich aufwärts gehen. „Ich bin da frohen Mutes. Allein im laufenden Jahr 2021 werden wir rund 380 000 Euro für hochmoderne Maschinen investieren. Wir sind gerade dabei, eine neue rechnergesteuerte Plattenaufteilsäge in Betrieb zu nehmen. Im Juni soll dann noch eine hochmoderne Kantenanleimmaschine folgen. Damit beginnt der praktische Teil unseres groß angelegten Vorhabens, die Firma bis zum Jahr 2023 grundlegend zu digitalisieren“, erklärt Martina Spitza.

Viele zuverlässige Partner an der Seite

Dies sei überlebenswichtig, denn dabei gebe es zwei Seiten: Die Digitalisierung läuft bei den meisten Kundinnen und Kunden, und sie ist in der Produktion der Firma unumgänglich. Und man habe dabei kompetente Partner an der Seite. Seit vielen Jahren gebe es eine Kooperationsvereinbarung mit dem Fachbereich Holztechnik der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde.
„Eine sehr gute Zusammenarbeit gibt es auch mit dem Leiter des Regionalcenters Barnim/Uckermark der IHK Ostbrandenburg Jörn Klitzing. Mit Unterstützung der IHK - durch entsprechende Stellungnahmen - stellen wir beispielsweise unsere Förderanträge an die Investitionsbank des Landes Brandenburg“, sagt Martina Spitza. Verlassen könne man sich ebenfalls auf die Sparkasse Uckermark als Hausbank, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes Brandenburg, die AAB Leasing und interNEO Technologie & Service GmbH.

Digitalisierung aller Unternehmensbereiche

Im September 2019 haben die Möbelwerke mit einer ILB-Förderung die Erarbeitung eines Technologie- und Digitalisierungskonzeptes begonnen. Dabei sollen alle Bereiche einbezogen werden - von der Auftragsannahme über die Materialbeschaffung sowie die Planung, Produktion und Lieferung bis hin zum „papierlosen Büro“. Angeschafft werden müssen dafür neue Software und kompatible Hardware. Nicht zu vergessen die Schulung und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Gegenwärtig laufen die Aufstellung eines Datenflussdiagramms und eine Mitarbeiterbefragung sowie die Erstellung einer Liste für benötigte Software in den Bereichen CAD/CAM, Enterprise-Ressource-Planning und Buchhaltung. Im Sommer 2021 wollen wir dann mit der Big Digital Implementierung beginnen, gefördert durch die ILB“, informiert Martina Spitza. Man hoffe nach Einführung der neuen Technik und moderner digitaler Infrastruktur auf eine Produktivitätssteigerung um bis zu 20 Prozent. Mit dem erneuerten Maschinenpark könne die Fertigung teilautomatisiert und schrittweise digitalisiert werden. Dadurch entfallen Mehrfachbearbeitungen.
Derzeit arbeiten in der Möbelwerke Prenzlau GmbH 25 Beschäftigte, davon 70 Prozent in der Produktion. Der Frauenanteil liegt bei rund 20 Prozent. Nach Auskunft der Geschäftsführung wurde im Durchschnitt der letzten Jahre mit Büro- und Spezialmöbeln ein Umsatz von 2,3 Millionen Euro erzielt.
Mit verschiedenen Tisch- und Schrankprogrammen, die durch Roll- und Standcontainer ergänzt werden können, will das mittelständische Unternehmen den wachsenden Anforderungen an alle Büroformen gerecht werden. Bei Bedarf werden die Büro- und Spezialmöbel im Drei-Schicht-System gefertigt.
Die Kundinnen und Kunden können ein Büro „nach Maß“ oder die Ausstattung für einen Einzelarbeitsplatz im Homeoffice ebenso bestellen wie motorisch höhenverstellbare Tische, Konferenzlösungen oder die Komplettausstattung für ein Großraumbüro. Viele Produkte tragen das GS-Zeichen „Geprüfte Sicherheit“.
Die Prenzlauer Möbel werden bundesweit über ein Netzwerk aus Fachhändlern vertrieben. Für Kunden aus der Uckermark gibt es zudem eine Direktvermarktung. Ein eigener Fuhrpark und das Team der Montageprofis garantieren eine flexible und schnelle Lieferung und Montage.
FORUM/Uwe Werner