Außenwirtschaft

Erläuterungen & Diagramme

Die Corona-Krise hinterlässt erwartungsgemäß auch im Exportgeschäft der Brandenburger ihre negativen Spuren. Dies verdeutlichen jüngste Umfrageergebnisse im Rahmen der Konjunkturumfrage zu Beginn des Jahres 2021. Fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent), das im Außenhandel aktiv ist, meldet einen Exportrückgang im Jahr 2020.
Die Corona-Krise schlägt erwartungsgemäß auch bei den Exporten der Brandenburger Wirtschaft negativ zu Buche. Im Rahmen der Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2021 berichten rund 48 Prozent der über 100 beteiligten Exportbetriebe von rückgängigen Exporten. Nur 14 Prozent geben an, dass sie ihre Außenhandelsumsätze steigern konnten. Dabei mussten in der Industrie deutlich mehr Betriebe Exportrückgänge hinnehmen. Rund 55 Prozent berichten hier von Umsatzrückgängen im Außenwirtschaftsgeschäft gegenüber dem Jahr 2019. Im Dienstleistungsbereich sind es rund 36 Prozent. Demgegenüber stehen in der Industrie rund 16 Prozent und im Dienstleistungsgewerbe 11 Prozent, die ihre Geschäfte ausweiten konnten.
Grafik zu Entwicklung des Exportvolumens
Der größte Hemmschuh ist dabei die Vielzahl an abgesagten internationalen Messen und Veranstaltungen. Dies berichten mehr als ein Drittel der Unternehmen. Probleme bei der Realisierung von Geschäften im Ausland werden vor allem auf Grund von Kontaktbeschränkungen zu Geschäftspartnern im Ausland durch die anhaltenden Reisebeschränkungen hervorgerufen. Auch fehlende Waren und ausbleibende Dienstleitungen schlagen negativ im Auslandsumsatz zu buche. Knapp 20 Prozent der Unternehmen beklagen Probleme bei der Mitarbeiterentsendung. Immerhin 37 Prozent der Unternehmen merken an, keine negativen Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren.

Auswirkungen der Corona-Krise auf das Auslandsgeschäft

Grafik zu den Auswirkungen der Coronakrise auf das Auslandsgeschäft

Industrieunternehmen erwarten Verbesserung im Exportgeschäft

Die Exporterwartungen für die kommenden 12 Monate erscheinen positiver als die Bewertung des vergangenen Geschäftsjahrs. Allerdings liegt der Saldo aus Unternehmen, die von zunehmenden Exporten ausgehen und jenen, die mit abnehmenden Werten rechnen, auch hier weiterhin im negativen Bereich bei minus 2,6 Punkten. Jedes vierte Unternehmen rechnet weiterhin mit abnehmenden Exporten. Die Bewertung unterscheidet sich dabei sehr stark zwischen Industrie und im Außenhandel aktiven Dienstleistungsbetrieben. In der Industrie erwarten 27 Prozent steigende Umsätze im Auslandsgeschäft, im Dienstleistungsbereich sind es dagegen nur rund 16 Prozent.
Dienstleistungen und Industrie. Vergleich 2019 und 2020

Herausforderungen durch den Brexit

Während die Auswirkungen der Corona-Krise das Außenwirtschaftsgeschäft der Brandenburger Exporttreibenden aktuell besonders belastet, wird dem seit Jahresbeginn 2021 wirksame Austritt Großbritanniens aus der EU keine große Bedeutung beigemessen. Beinahe 87 Prozent der Unternehmen fühlen sich hiervon nicht betroffen. Knapp zwei Prozent der Unternehmen kämpfen allerdings mit großen Problemen im aktuellen Großbritannien-Geschäft. Knapp 12 Prozent stufen die Probleme als geringfügig ein. Dabei liegen die größten Herausforderungen in der seit Beginn des Jahres geltenden Zollbürokratie, die der finale Austritt aus der EU mit sich bringt. Dies berichten 58 Prozent der betroffenen Unternehmen. Weitere Herausforderungen sind steigende Kosten durch Zölle und Zertifizierung (51 Prozent), rechtliche Unsicherheiten und logistische Probleme (42 Prozent), Absatzrückgänge durch Handelsbeschränkungen (25 Prozent). Mehr als 10 Prozent der betroffenen Unternehmen beklagen Probleme bei der Mitarbeiterentsendung. 
Grafik zu den Herausforderungen durch den BrexitBrexit
Die Brandenburger Exportwirtschaft ist vor allem im Investitionsgüterbereich tätig. Abgesagte und verschobene Projekte im Ausland, eingeschränkter Geschäftsverkehr und unsichere Zukunftsaussichten bei ausländischen Geschäftspartnern belasten das Exportgeschäft seit Beginn der Corona-Pandemie. 
Die wichtigsten Exportgüter der brandenburgischen Wirtschaft sind pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse, Metalle sowie sonstige Fahrzeuge.