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Erneuerbare Energien in Polen

Zum Jahresende finden in Polen wieder Auktionen für erneuerbare Energien statt. Nach Schätzungen des polnischen Energieministeriums könnten Anlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 3,4 Gigawatt den Zuschlag erhalten. Dabei sollen 2,5 Gigawatt auf Windparks entfallen. Fotovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) mit einer Leistung von je­weils bis zu ein Megawatt werden voraussichtlich 0,75 Gigawatt beisteuern.
Auch 2020 möchte die Regierung nach Aussage von Piotr Czopek, Direktor der Abteilung für erneuerbare und dezentrale Energien im Energieministerium, wieder Auktionen durchführen. Der  Entwurf der Verordnung, der den Verlauf der Auktionen im Jahr 2020 regelt, wird in naher Zukunft vorgelegt.
Energien werden in Polen seit Mitte 2016 durch ein Auktionssystem staatlich gefördert. Dabei wird zwischen Anlagen mit einer Kapazität von mehr beziehungsweise weniger als ein Megawatt unterschieden. Auf die Anlagen unterhalb dieser Grenze sollen 25 Prozent der insgesamt ausgeschriebenen Menge entfallen. Zudem sind die verschiedenen Energiequellen auf Körbe aufgeteilt und werden unabhängig voneinander versteigert. Für die Auktion werden unterschiedliche Abnahmemengen und maximale Auktionspreise (Referenzpreise) für die jeweiligen Körbe festgelegt. Die Auktionsteilnehmer bieten dann eine spezifische Energiemenge für einen gewünschten Verkaufspreis, der maximal dem staatlich festgelegten Referenzpreis entspricht, an. Bei einem Zu­schlag sind die jährlich abgenommene Menge sowie die finanzielle Bezuschussung für 15 Jahre garantiert. Detaillierte Informationen über die verschiedenen Körbe und die Auktionstermine stellt die Energieregulie­rungsbehörde (Urzad Regulacji Energetyki; URE) in polnischer Sprache zur Verfügung.
Im Jahr 2016 wurden neue Abstandsregeln für Windkraftanlagen eingeführt. Diese erschweren aber die Errichtung neuer Onshore-Projekte sehr. Die sogenannte 10H-Regel schreibt als Mindestabstand einer Windkraftanlage von Wohnge­bäuden mindestens das Zehnfache ihrer eigenen Höhe inklusive Rotorblätter fest. Laut dem polnischen Wind­energieverband (Polskie Stowarzyszenie Energetyki Wiatrowej; PSEW) scheiden damit 99 Prozent der Flächen als Standorte für Windräder aus. Nach den Plänen der polnischen Regierung werden aber Offshore-Windkraftanlagen in Zukunft ein entscheidender Baustein bei der Erweiterung des Anteils der Erneuerbaren im polnischen Energiemix sein. So sieht die polnische Energiestrategie (PEP2040) bis 2040 installierte Kapazitäten von Windkraftanlagen in der Ostsee von 10 Giga­watt vor. Mit der ersten Stromeinspeisung aus Offshore-Anlagen wird für 2026 gerechnet.
Auch Unternehmen aus Deutschland steigen in den polnischen Offshore-Markt ein.
Quelle: gtai