Gründen

Die Gewerbeanmeldung

In Deutschland besteht Gewerbefreiheit: Grundsätzlich kann jeder eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen, verändern oder beenden, ohne Rücksicht auf Alter, Herkunft oder Ausbildung. Nur für bestimmte Gewerbezweige ist eine staatliche Erlaubnis mit oder ohne Sachkundenachweis vorgeschrieben.

Der Gang zum Gewerbeamt

Das Gegenstück zur Gewerbefreiheit ist gewissermaßen die Verpflichtung zur Gewerbeanzeige. Anzuzeigen ist nach § 14 der Gewerbeordnung der stehende Gewerbebetrieb. Das ist ein Betrieb von einer festen Geschäftseinrichtung aus, im Unterschied zum Reisegewerbe und Marktverkehr.
Die Anmeldung des Gewerbes erfolgt bei dem für den Betriebssitz - nicht Wohnsitz- zuständigen Ordnungsamt/Gewerbeamt. Die Kosten liegen bei 15 bis 30 Euro. Beim Wechsel oder Erweiterung der Tätigkeit oder bei einer Verlegung des Betriebes innerhalb des Ortes muss eine Ummeldung, bei der Verlegung des Betriebes außerhalb des Ortes sowie der Aufgabe einer gewerblichen Tätigkeit muss eine gewerberechtliche Abmeldung vorgenommen werden.
Nicht angemeldet werden müssen Angehörige der freien Berufe und Tätigkeiten in der Urproduktion (Land- und Forstwirtschaft). Bei bestimmten Tätigkeiten, wie erlaubnispflichtigen Gewerben, werden spezielle Genehmigungen verlangt.


Nach Anmeldung gibt es eine Durchschrift der Anzeige, den Gewerbeschein. Das Gewerbeamt schickt automatisch jeweils eine Kopie an:


• das Finanzamt
• die Berufsgenossenschaft
• die IHK und/oder an die Handwerkskammer
• das Statistische Landesamt
• das Gewerbeaufsichtsamt
• das Eichamt
• das Arbeitsamt
• gegebenfalls das Handelsregister


Für die Gewerbeanmeldung sind folgende Unterlagen erforderlich:


•Ausweisdokumente für die Person des Antragsstellers, gegebenenfalls (privatschriftlicher) Nachweis der Bevollmächtigung zum Handeln für einen Dritten (natürliche oder juristische Personen)
• eventuell sind Genehmigungen, Konzessionen etc. notwendig (Zuverlässigkeitsprüfung, Fach- und Sachkunde, Maklererlaubnis)
• bei Geschäftsführern, Vorständen oder Prokuristen ist der Handelsregisterauszug des Unternehmens vorzulegen