23.03.2021 | Corona-Pandemie

Einzelhandel in Zeiten der Corona-Pandemie


Arbeitshilfen für den Einzelhandel

Die Landesregierung reagiert regelmäßig auf die Entwicklung der Infektionszahlen und beschließt immer wieder neue Maßnahmen, die aus der jeweils geltenden Eindämmungsverordnung entnommen werden kann. Für einige Maßnahmen stellen wir Arbeitshilfen bereit.
  • Erfassen von Personendaten aller Kundinnen und Kunden in einem Kontaktnachweis zum Zwecke der Kontaktnachverfolgung. Wir haben hierfür eine barrierefreie Vorlage erstellt. Darüber hinaus gibt es verschiedene Software-Tools, die einen Kontaktdatennachweis und Online-Terminbuchung vereinfachen.  
  • Digitale Lösungen gegen Coronafrust: Datenbank für digitale Buchungssysteme
 Neben dem Verkauf über Plattformen oder Online-Shop, bieten Abholung und Lieferung, Möglichkeiten, die lokal genutzt werden können. 

Im Lockdown-Fall: Ladengeschäfte nutzen

  • Kunden an der Ladentür und in den Schaufenstern auf Beratungsangebot hinweisen (z.B. telefonisch, per Mail oder per Messenger, wie z.B. WhatsApp oder Facebook) während des Lockdowns.
  • Waren und Dienstleistungen im Schaufenster genau bezeichnen.
  • Preise im Schaufenster auszeichnen.
  • Ggf. Abhol- und Lieferservices organisieren:
    • Lokale Einzelhändler aus der Nachbarschaft oder Werbegemein­schaften ansprechen und gemeinsam lokale Lieferservices auf die Beine stellen. Somit kann mit weniger Aufwand, ein größeres Gebiet abgedeckt werden. 
    • Alternativ kann auch bei Taxibetrieben oder Apotheken mit eigenem Zustellfahrern angefragt werden, ob sie Waren mit ausliefern.

Abholvereinbarung: Das gilt es zu beachten

  • Möglichst Terminvereinbarung machen, um Warteschlangen zu vermeiden. Dafür gibt es bspw. Ticket- und Zeitbuchungssysteme. Ein Auszug an Anbietern bietet die Datenbank „Digitalen Lösungen gegen CoronaFrust".
  • Kontaktlose Übergabe an einem Ort außerhalb der Verkaufsfläche (z.B. ein Bereich vor dem Laden, anbieteroffene Paketboxen oder Ablage im Kofferraum des Kundenautos):
    • Überreichen der Ware unter Einhaltung eines Mindestabstandes von 1,5 Metern
      (z.B. Ware in Sichtweite ablegen, anschließend kann Kunde Ware in Empfang nehmen).
    • Mit Betrieben sprechen, die geöffnet bleiben dürfen (z.B. Tankstellen, Bäckereien), ob Kunden dort ihre Bestellungen abholen dürfen.
    • Möglichst kontaktlose Bezahlung oder Vorabzahlung ermöglichen (z.B. über PayPal ), um den  den Abholvorgang zu beschleunigen. Grundsätzlich kann aber auch Bargeld angenommen werden. Es gilt zu beachten, dass das ebenfalls kontaktlos geschehen muss. Vor allem bei Stammkunden könnte auch die Zahlung per Rechnung angeboten werden. Weitere Möglichkeiten:  Vorabüberweisungen oder Lastschriften ermöglichen.

Digital sichtbar werden

Einzelhändler, die während der Corona-Einschränkungen, von Schließungen betroffen sind und über keine digitale Präsenz verfügen, haben sehr wahrscheinlich einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Konkurrenten mit digitalem Auftritt. Er bietet die Chance, verlorengegangene Umsätze aufzufangen und neue Zielgruppen zu erobern. Digitale Sichtbarkeit und aktualisierte Infos zum eigenen Unternehmen sind erste, wichtige Schritte, um während des Lockdowns sichtbarer zu werden. Weiter können digitale Tools genutzt werden, um beispielsweise Kunden live zu beraten.
Nützliche Tipps und Hinweise für mehr digitale Sichtbarkeit, gibt es hier:
Konkret und schnell umsetzbar:
  • Google Business-Auftritt prüfen, so geht’s:  
    • Checkliste des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Handel “Mehr Sichtbarkeit im Netz – Google My Business"
    • Google-Support-Seite zur Erstellung einer Google My Business-Eintrags. Hier gibt es auch die Möglichkeit, die Local Inventory Ads zu aktivieren. Eine Übersicht, was Google Ads für den Handel bieten können, bietet das Magazin Kreativkarussel in diesem Artikel
  • Auch Soziale Netzwerke wie beispielsweise Facebook, Instagram oder YouTube können ein ansprechendes Mittel sein, um digital sichtbarer zu werden. Sie sind je nach Zielgruppe gute Möglichkeiten Kunden zu erreichen und Produkte zu präsentieren:  
  • Auch Video-Messenger-Tools wie Skype oder Zoom können genutzt werden. Wichtig: Holen Sie sich aus Datenschutzgründen unbedingt vorher das Einverständnis des Kunden für die Nutzung des Tools ein.

Online-Shop aufbauen und pflegen

Wer kurzfristig einen Online-Shop starten möchte, kann diesen beispielsweise mit Komplettlösungen erstellen:
Unbedingt beachten: Die rechtlichen Informationspflichten und das Fernabsatzrecht einhalten. Die IHK Berlin bietet hierfür ein Online-Tutorial an. In diesem wird übersichtlich und unkompliziert erklärt, was zu beachten ist, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Kostenlose aktuelle Rechtstexte gibt es u.a. bei TrustedShops.
Weitere rechtliche Hilfestellung bietet der Handelsverband Deutschland (HDE):

Erfolgreiche Praxisbeispiele

Wie es in der Praxis funktioniert, zeigen eine Reihe guter Beispiele zur Umsetzung aus Bayern oder auch bundesweit.

Online-Plattformen gezielt nutzen

Auf Online-Plattformen lassen sich schnell viele potenzielle Kunden erreichen. Der Start auf der Plattform ist grundsätzlich nicht schwer und schnell aufgesetzt. Wichtig ist es jedoch, die logistischen Prozesse und die rechtlichen Vorschriften zu beachten. Zu allen größeren Plattformen gibt es Schulungsvideos und –anleitungen. Neben den Großen gibt es auch zahlreiche kleinere Spezialplattformen (z.B. von Verbundgruppen, Marktstudie des Kompetenzzentrums Handel "B2C- und B2B-Verkaufsplattformen und ihre Relevanz für kleine und mittlere Unternehmen", oder gerade für den Verkauf vor Ort auch lokale Plattformen.
Wichtige Plattformen sind beispielsweise:

Fachkräftesicherung und Qualifikation zum Thema Digitalisierung

Webinare zum Thema Digitalisierung im Handel bieten in Pandemiezeit eine gute Möglichkeit zur eigenen Weiterbildung, wie auch der Weiterbildung der MitarbeiterInnen.
Es gibt hochkarätige Weiterbildungsangebot des Kompetenzzentrum Handel sowie der BitKom-Akademie, die Teilnahme ist mit dem Smartphone ist möglich!

Hinweis
Die Übersichten in diesem Artikel haben keinen Vollständigkeitsanspruch und möchten nicht als Empfehlung verstanden werden. Wir geben ausschließlich Anregungen, um die eingetretenen Corona-bedingten Geschäftsschließungen, mit ihren massiven Auswirkungen, auch als Chance und Beschleuniger zur digitalen Entwicklung des Handels zu nutzen.