1.06.2021 | Corona-Pandemie

IHK-Positionen und Forderungen in der Krise

Die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg kann gerade in Krisenzeiten durch ihre Nähe zu den Unternehmen und ihrem guten Kontakten zur Politik, die unternehmerische Interessenvertretung wahrnehmen. Schwerpunkt dabei ist, politische Entscheidungen im Sinne der Wirtschaft und unter Berücksichtigung der Spezifika unserer Region effektiv zu beeinflussen.
Die IHK Ostbrandenburg führt regelmäßig Gespräche mit ihren Unternehmen, unternimmt Umfragen, Hintergrund- oder Standortanalysen und tritt in den informativen Austausch mit ihrem Ehrenamt. Diese Erkenntnisse und Bedarfe gibt sie politischen Entscheidungsträgern an die Hand, um die Interessen der Region und ihrer Unternehmen effektiv zu vertreten.
Auf unterschiedlichen Wegen und in verschiedenen Gremien macht sich die IHK während der Corona-Pandemie für das Interesse ihrer Unternehmer stark: 

Gesprächsrunden

Neben dem ständigen Austausch zwischen den verschiedenen Abteilungen der IHK und den zuständigen Stellen der Verwaltung nimmt die Hauptgeschäftsführung gemeinsam mit den Geschäftsführern verschiedener Verbände an regelmäßigen Gesprächsrunden mit dem Wirtschaftsminister, dem Ministerpräsidenten und Staatssekretären teil.

Mitgliederbefragung “Ausgebremst?!”

Die Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg haben im April und Mai 2021 ihre Mitgliedsunternehmen zur aktuellen Situation im Pandemiegeschehen befragt. Besonderer Fokus lag auf der Einschätzung, wie sehr die Entscheidungen der Politik das Wirtschaftsleben beeinflussen.
Mit der Umfrage erfolgt eine Positionierung der brandenburgischen Wirtschaft zu Zielen, politischer Strategie und Maßnahmen in der Corona-Krise. Dabei geht es weniger um den Zustand der Unternehmen, sondern mehr um eine aktuelle Bewertung des politischen Krisenmanagements aus Sicht der Wirtschaft – quasi eine Zwischenbilanz.
Die vollständige Auswertung befindet sich hier.

Positionen

  • Wege aus der Krise: Konjunktur anschieben für die Wirtschaft der Metropolregion - Ein Impulspapier der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg
Mit dem vorliegenden Positionspapier, das in engem Schulterschluss mit dem IHK-Ehrenamt entstanden ist, unterbreitet die IHK Ostbrandenburg gemeinsam mit den IHKs Potsdam, Cottbus und Berlin Vorschläge, wie diese durch den Berliner Senat und die Brandenburger Landesregierung, aber auch durch die Bundespolitik gestaltet werden können.
Die Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg haben 54 Maßnahmen erarbeitet, die der Wirtschaft in der Metropolregion zur Stabilität und Wachstum verhelfen.

Maßnahmen einer zielgerichteten Wirtschaftspolitik zur Abfederung der Auswirkungen der Corona-Krise

Die IHK Ostbrandenburg hat sich gegenüber der Landesregierung für eine Lockerung der Beschränkungen und ggf. Entschädigungen der regionalen Wirtschaft eingesetzt. In Abhängigkeit von Branche und Region sind restriktive Maßnahmen zurückzunehmen und unter Wahrung des Infektionsschutzes gerade im Dienstleistungs- und Handelsbereich Öffnungen zuzulassen. 

Vertretung branchenspezifischer Belange

Die IHK Ostbrandenburg nimmt die Interessen einzelner, besonders von der Corona-Krise betroffener Branchen wahr, um Erleichterung in der Umsetzung der Landesverordnung zu verschaffen, die Unternehmen nachhaltig zu stärken und finanziell mithilfe der Bundesprogramme zu unterstützen. Besonders betroffen waren die Branchen Handel, Verkehr, Veranstalter- und Kreativbranche sowie Tourismus mit der Reisebranche und dem Hotel- und Gaststättengewerbe.
  • Erstellung von Positionspapieren
  • regelmäßige Gespräche mit Landtagsabgeordneten aller Fraktionen zu branchenspezifischen Themen
  • Behandlung von branchenspezifischen Themen im Landtagsausschuss „Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Energie“
  • im Sommer 2020 warb die IHK Ostbrandenburg für eine unbürokratische Hilfen im Bereich der Außengastronomie und der Außenverkaufsfläche im Handel bei den Bürgermeistern und Amtsleitern
  • Branchendialoge mit dem Wirtschaftsminister Prof. J. Steinbach, der Gesundheitsministerin U. Nonnemacher und dem Verkehrsminister G. Beermann: Tourismus, Handel, Verkehr
  • regelmäßige Rücksprachen mit der Staatskanzlei zur Umsetzung der geregelten Maßnahmen in der Eindämmungs- bzw. Umgangsverordnung
  • enger Austausch mit Gesundheitsministerin U. Nonnemacher zu den Sonntagsöffnungen des Einzelhandels bei Wegfall der besonderen Ereignisse (Großveranstaltungen mit vielen Teilnehmern) auf Grund der Corona-Pandemie
  • Angleichung der Projekte der CityOffensive Ostbrandenburg an das Pandemiegeschehen
  • Rücksprache mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung zu Schleusenöffnungen, Anwendung der Verordnung sowie Erleichterung für die Wassertourismusbranche
  • Handlungsempfehlungen für die Branchen Handel, Gastronomie und Hotellerie in der Umsetzung der aktuellen Maßnahmen

Grenzregion und grenzüberschreitende Herausforderungen

Ostbrandenburg grenzt an Polen, damit verbunden waren weitere Herausforderungen in Zeiten der Corona-Pandemie. Mit Schließung der Grenze standen viele Unternehmen vor der Frage, wie sie ihre polnische Mitarbeiter weiterhin beschäftigen können und polnische Pendler mussten sich zwischen Arbeitsplatz oder Familie entscheiden. Der Beratungsbedarf war enorm.
Dank der Pendlerpauschale, deren Anträge durch die IHK Ostbrandenburg für Ostbrandenburg und Potsdam bearbeitet wurden sowie dank der verfügbaren Hotel- und Pensionsbetten konnten wesentliche Teile der Wirtschaft und des Gesundheitswesens aufrecht erhalten werden.
Die andauernden Anpassung der Quarantäneverordnung versuchen weiterhin viele Fragen und Unsicherheiten auf deutscher und polnischer Seite. Ausführliche Informationen unter Grenzübertritt nach Polen.

Grenzpendlerstudie

Die Grenzschließung zu Polen veranlasste Tausende von polnischen Pendlern im Frühjahr 2020 in Brandenburg zu bleiben, um ihrer Tätigkeit im Handel, in der Gesundheitswirtschaft, Logistik und anderen Unternehmen nachzugehen. Die Antragsbearbeitung der sogenannten Pendlerpauschale, die polnischen Grenzgänger als Aufwandsentschädigung erhielten, wurde u.a. durch die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg abgewickelt.
Die aus den Anträgen resultierende Datenlage zu Anzahl der Pendler, deren Ströme, Gehälter und der Größenklassen der Unternehmen sowie Beschäftigten wurde anonym ausgewertet und in der Grenzpendlerstudie aufbereitet.
Sie ist damit ein gutes Instrument für die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Nachbarland Polen. Darüber hinaus lieferte sie gute Argumente zu Pendlerströmen im Grenzraum und bildete eine wertvolle Basis in der Diskussion mit den Ministerien um eine erneute Grenzschließung im Herbst/Winter 2020/2021.

Internationale Geschäfte

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung behindern internationale Geschäfte und Beziehungen. In Zusammenarbeit mit dem DIHK und den AHKs sind für Unternehmer zahlreiche Handlungsempfehlungen und Webinare entstanden.

Konjunkturumfragen

Dreimal jährlich werden Unternehmen aller Branchen zu den Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage in ihrem Unternehmen und zu ihren Erwartungen für die Zukunft befragt. In 2020 fand darüber hinaus eine Blitzumfrage im Sommer statt, um den Anforderungen und Bedürfnissen der Unternehmen zeitnah und situationsbedingt zu kommunizieren. 
Die aus der Umfrage gewonnenen wichtigen Informationen zur aktuellen wirtschaftlichen Situation liefern ein reelles Abbild der Wirtschaft. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftssituation, aber auch die Meinungen zu Sonderthemen bilden eine gute, wirksame Basis für die Interessenvertretung der regionalen Wirtschaft gegenüber der Politik und Verwaltung. Die konjunkturelle Entwicklung im Überblick unter http://ihk-obb.de/konjunktur

Die Tourismusumfrage erfolgt zweimal jährlich und befragt Unternehmen, die im Gastgewerbe, also Hotels, Gasthöfe, Ferienhäuser, Zimmervermittlungen, Restaurants, Caterer und sonstige Verpflegungsdienstleister, oder im Reisegewerbe, unter anderem Reiserveranstalter, Reisebüros und Omnisbusunternehmen, tätig sind.

Präsidentenbriefe

In Anbetracht der einschneidenden Auswirkungen der Corona-Pandemie richtet IHK-Präsident Carsten Christ regelmäßig sein Wort an die Ostbrandenburger Unternehmerinnen und Unternehmer.
Zahlreiche Rückmeldungen dazu, sowohl per Mail als auch telefonisch, ermöglichen es uns, direkt mit den Unternehmen ins Gespräch zu kommen. 

Bundesebene

Viele politische Entscheidungen und Entwicklungen, die Einfluss auf die Wirtschaft haben, erfolgen auf der Bundesebene. Auf dieser Ebene vertritt der Dachverband der Industrie- und Handelskammern, der DIHK, die Interessen der Wirtschaft. Er steht im ständigen Austausch mit Politik, Verwaltung und den regionalen Industrie- und Handelskammern, um die Situation der Unternehmen in Deutschland darzustellen und zu verbessern.
Gemeinsam mit den regionalen IHKs hat der DIHK sich wesentlich für einen Re-Start der Wirtschaft mit zahlreichen Entlastungsmaßnahmen für Unternehmen und für unbürokratische und schnelle Finanzhilfen, die die tatsächlichen Nöte der Betroffenen abbildet, eingesetzt. Weitere Informationen zum Erreichten, zu Forderungen und einer FAQ zum Thema Coronavirus unter www.dihk.de