Coronavirus

Hilfe bei betriebswirtschaftlichen Schwierigkeiten

Über die Hotline 0335 – 5621 3900 erreichen Sie die Regionalcenter der IHK Ostbrandenburg. Für Fragen zu Förderanträgen, zur betriebswirtschaftlichen Situation und andere aktuelle Themen stehen wir direkt zur Verfügung.

Soforthilfe in Brandenburg

Noch bis zum 31. Mai 2020 konnten Unternehmen mit Sitz im Land Brandenburg zur Abwendung einer akuten Existenzgefährdung unbürokratisch und kurzfristig zwischen 9.000 und 60.000 Euro aus der ILB Corona Soforthilfe beantragen. Für dieses Förderprogramm können derzeit keine neuen Anträge gestellt werden.

Verdienstausfallentschädigung nach IfSG

Verdienstausfallentschädigung nach dem IfSG bekommen Selbstständige, wenn z.B. Quarantäne verhängt wurde oder sie ihre Kinder wegen Schul- und Kitaschließungen zu Hause betreuen müssen. Die richtet sich anteilig nach dem Gewinn, der im Steuerbescheid für das letzte Kalenderjahr festgestellt wrude. Für die Betreuung von Kindern wird eine Entschädigung von 67 % gewährt, im Übrigen von 100 %.

Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Wenn das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten in Folge der Coronakrise gerät, ist die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen eine Möglichkeit, dem Unternehmen finanziell wieder ein wenig Luft zu verschaffen. Die Beiträge müssen dann erst zu einem späteren Zeitpunkt gezahlt werden. Der GKV-Spitzenverband hat allen gesetzlichen Krankenkassen empfohlen, die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge aufgrund der Coronakrise für die Monate März und April zu erleichtern.
Die Möglichkeit einer Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen ist in § 76 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 SGB IV geregelt. Danach dürfen Ansprüche auf den Gesamtsozialversicherungsbeitrag dann gestundet werden, wenn die sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für das Unternehmen verbunden wäre und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet wird. Eine erhebliche Härte für das Unternehmen ist gegeben, wenn es sich aufgrund ungünstiger wirtschaftlicher Verhältnisse vorübergehend in ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten befindet oder im Falle der sofortigen Einziehung der fälligen Sozialversicherungsabgaben in diese geraten würde. Eine Stundung darf allerdings nicht gewährt werden, wenn eine Gefährdung des Anspruchs eintreten würde. Das ist der Fall, wenn die Zahlungsschwierigkeiten nicht nur vorübergehend sind oder eine Überschuldung in absehbarer Zeit offensichtlich nicht abgebaut werden kann.
Die Stundung setzt einen entsprechenden Antrag des Unternehmens voraus, wobei das Vorliegen der oben genannten Voraussetzungen zu belegen ist.
Über den Stundungsantrag entscheidet die Krankenkasse als zuständige Einzugsstelle nach pflichtgemäßem Ermessen. Bitte wenden Sie sich direkt an Ihre Krankenkasse. Die Antragstellung sollte so schnell wie möglich erfolgen.

Stundung von Steuern

Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer können in wirtschaftlich schwierigen Lagen gestundet werden, sodass sie erst zu einem späteren Zeitpunkt zu zahlen sind. Vorauszahlungen der Gewerbesteuer können auf Null reduziert werden.
Die Finanzämter können auf die üblichen  Stundungszinsen in Höhe von 0,5 Prozent pro Monat im Einzelfall teilweise oder ganz verzichten. Das Unternehmen muss dafür glaubhaft machen, dass die Pandemie die fehlende Liquidität verursacht hat.
Anträge auf Stundung von Steuern können nun vereinfacht gestellt werden. Das Finanzministerium in Brandenburg stellt dafür einen Antrag zum Download bereit.

Antrag auf Herabsetzung des Gewerbesteuermessbetrags

Nach § 19 Abs. 3 Satz 3 GewStG kann auch das Finanzamt bei Kenntnis veränderter Verhältnisse hinsichtlich des Gewerbeertrags für den laufenden Erhebungszeitraum die Anpassung der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen veranlassen. Das gilt insbesondere für die Fälle, in denen das Finanzamt Einkommensteuer- und Körperschaftsteuervorauszahlungen anpasst (R 19.2 Abs. 1 Satz 5 GewStR). Vor diesem Hintergrund können nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffene Steuerpflichtige bis zum 31. Dezember 2020 unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Herabsetzung des Gewerbesteuermessbetrages für Zwecke der Vorauszahlungen stellen. Kann der Steuerpflichtige die entstandenen Schäden wertmäßig nicht im Einzelnen nachweisen, darf deswegen der Antrag nicht abgelehnt werden. Nimmt das Finanzamt eine Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrages für Zwecke der Vorauszahlungen vor, ist die betreffende Gemeinde hieran bei der Festsetzung ihrer Gewerbesteuer-Vorauszahlungen gebunden (§ 19 Abs. 3 Satz 4 GewStG).

Vorläufiger Verlustrücktrag

am 24. April 2020 hat das BMF das Schreiben zum vorläufigen Verlustrücktrag ins Jahr 2019 (pauschal ermittelter Verlustrücktrag) veröffentlicht.
Der vorläufige Verlustrücktrag gilt nur für:
  1. Steuerpflichtige mit Gewinneinkunftsarten:
    1. Land- und Forstwirtschaft 
    2. Gewerbebetrieb
    3. Freiberufler 
  2. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
Ein gesonderter Hinweis auf Körperschaftsteuerpflichtige (GmbH, AG und übrige Kapitalgesellschaften) ist nicht nötig, da diese per se Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielen. Ein Bezug anderer Einkünften neben diesen ist unschädlich.
Beantragung: Es ist ein schriftlicher oder (per Elster) elektronischer Antrag an das zuständige Finanzamt nötig. Dieser kann bis Ende März 2021 gestellt werden (§ 37 Abs. 3 Satz 3 EStG).
Voraussetzungen: Der Steuerpflichtige muss von der Corona-Krise unmittelbar und nicht unerheblich betroffen sein. Dies wird vermutet, wenn:
  • die Vorauszahlungen für 2020 auf null Euro herabgesetzt wurden, 
  • er versichert, dass er nicht unerhebliche negative Einkünfte (also Verluste) aufgrund der Corona-Krise in 2020 erwartet.
Umfang: Der pauschale Verlustrücktrag beträgt 15 % der Gewinneinkünfte bzw. Vermietungseinkünfte, die der Berechnung der Vorauszahlungen für 2019 zu Grunde gelegt wurden. In vielen Fällen dürften dies die jeweiligen Einkünfte aus dem Jahr 2018 bzw. 2017 sein. Der Verlustrücktrag beträgt maximal 1 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung 2 Mio. Euro); dies ergibt sich zwangsläufig aus § 10d Abs. 1 EStG.
Im Laufe des Jahres 2020 werden die Steuerfestsetzungen für 2019 erfolgen. Diese dürften dann in Fällen des pauschalen Verlustrücktrages zu Nachzahlungen führen, da der endgültige Verlustrücktrag selbst erst im Rahmen der Festsetzungen für das Jahr 2020 erfolgt. Deshalb werden die diesbezüglichen Nachzahlungen auf Antrag zinslos gestundet, bis die Festsetzung für 2020 erfolgt ist. Ergibt diese dann einen geringeren als den pauschalen oder gar keinen Verlustrücktrag, so sind die gestundeten Nachzahlungen innerhalb eines Monats zu zahlen.In dem BMF-Schreiben ist die Funktionsweise des pauschalen Verlustrücktrages anhand eines umfangreichen Beispiels erläutert.

Lohnsteuer: Verlängerung der Anmeldefrist

Bund und Länder haben die Verlängerung der Erklärungsfrist für vierteljährliche und monatliche Lohnsteuer-Anmeldungen während der Corona-Krise beschlossen. Da viele Arbeitgeber durch das Coronavirus unverschuldet daran gehindert sind, die monatlichen oder vierteljährlichen Lohnsteuer-Anmeldungen fristgerecht abzugeben, hat man sich geeinigt, dass die Fristen zur Abgabe monatlicher oder vierteljährlicher Lohnsteuer-Anmeldungen während der Corona-Krise im Einzelfall auf Antrag nach § 109 Absatz 1 AO verlängert werden kann.
Nachweis: Nachgewiesen werden muss, dass der Arbeitgeber selbst oder der mit der Lohnbuchhaltung und Lohnsteuer-Anmeldung Beauftragte (Steuerberater oder Dienstleister) unverschuldet daran gehindert wurde, die Lohnsteuer-Anmeldungen pünktlich zu übermitteln. Als Grund für die nicht mögliche fristgerechte Abgabe der Lohnsteuer-Anmeldung dürfte dem Vernehmen nach z. B.: die Abwesenheit von Mitarbeitern wegen Quarantäne oder notwendiger Kinderbetreuung oder verkürzter Arbeitszeiten ausreichen.
Die Fristverlängerung darf maximal 2 Monate betragen.Damit erhalten alle Finanzämter aller Bundesländer die Möglichkeit, eine Fristverlängerung auf Antrag zu gewähren.
Der Nachweis bzw. die Angabe des Grundes sollte im Antrag auf die Verschiebung erfolgen. Das Schreiben gilt nicht für die Abgabe der Anmeldungen bei der Umsatzsteuer. Hier muss weiter fristgerecht abgegeben werden. Zudem müsste danach ein Antrag auf Stundung gestellt werden.

FAQ Steuern Corona

Zur Entlastung der von der Corona-Krise unmittelbar und nicht unerheblich betroffenen Steuerpflichtigen haben das Bundesministerium der Finanzen und die obersten Finanzbehörden der Länder verschiedene steuerliche Erleichterungen beschlossen. Ziel ist es, die Liquidität bei Unternehmen zu sichern und zu verbessern, die durch die Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/2020-04-01-FAQ_Corona_Steuern_Anlage.pdf;jsessionid=8DEAEDE8E99A2AACB2C90B30C4C47ECC.delivery2-master?__blob=publicationFile&v=14

Kredite und Bürgschaften

Unternehmen, die unmittelbar oder mittelbar von der Corona-Pandemie betroffen sind, werden unter anderem von der KfW verschiedene Kredite angeboten. Seit dem 6. April 2020 können kleine bis mittlere Unternehmen mit dem neuen KfW-Schnellkredit 2020 durch KfW-Darlehen in Höhe von drei Monatsumsätzen bis zu einem Höchstbetrag von 800.000 Euro und
100 Prozent Haftungsfreistellung für den Finanzierungspartner mit einer raschen Liquiditätshilfe unterstützt werden. Der neue KfW-Schnellkredit ergänzt das bereits bestehende KfW-Sonderprogramm 2020 und die bereits bestehende Soforthilfe für Unternehmen bis zehn Beschäftigte.
Das Finanz- und Wirtschaftsministerium und die Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH teilten mit, der Höchstbetrag für eine Bürgschaft von bislang 1,25 Millionen Euro werde auf 2,5 Millionen Euro verdoppelt. Die Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH sichert mit Bürgschaften Kredite an mittelständische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, an Betriebe des Gartenbaus und an Angehörige freier Berufe in Brandenburg. Dabei wird sie vom Land Brandenburg und dem Bund durch die Übernahme von Rückbürgschaften unterstützt. Mit der beschlossenen Programmerweiterung soll die Liquidität von Unternehmen im Land Brandenburg in der Phase der Corona-Pandemie unterstützt werden. Der zeitliche Geltungsbereich der Programmerweiterung endet voraussichtlich am 31. Dezember 2020.
Ansprechpartner
bei der Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH: Karsten Kolbe (kolbe@bb-br.de; 0331/649 63 30)