Aus- und Weiterbildung

Neue und neu geordnete IT-Berufe ab 2020

Neue und neu geordnete IT-Berufe ab 2020
Zum 1. August 2020 treten die neuen bzw. modernisierten IT-Ausbildungsberufe
Fachinformatiker/-in in den Fachrichtungen
  • Anwendungsentwicklung
  • Systemintegration
  • Date- und Prozessanalyse (neu)
  • Digitale Vernetzung (neu)
IT-Systemelektroniker/-in
Kaufmann/-frau für IT-System-Management (neu) und
Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement (neu)
in Kraft.
Nach dem Ersterlass der Ausbildungsberufe für die IT-Branche im Jahr 1997 haben sich die Anforderungen in den Bereichen Vernetzung, Internet of Things, Industrie 4.0 und die damit verbundene Digitalisierung aller Wirtschaftsbereiche u.a. stark gewandelt und machten diese Neuordnung dringend erforderlich. Die neuen Ausbildungsordnungen sind am 5. März 2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden und lösen damit zum 01.08.2020 die bisherigen Ausbildungsordnungen im IT-Bereich ab. Damit entfallen auch die Berufe IT-Systemkaufmann/-frau und Informatikkaufmann/-frau.
Folgende Änderungen sind somit für neu abzuschließende Berufsausbildungsverhältnisse mit Beginn ab dem 01.08.2020 zu berücksichtigen:
  • Der Ausbildungsberuf Fachinformatiker/-in wird um die beiden neuen Fachrichtungen „Daten- und Prozessanalyse“ sowie „Digitale Vernetzung“ ergänzt.
  • Die kaufmännisch orientierten IT-Berufe IT-System-Kaufmann/-frau und Informatikkaufmann/-frau treten ab dem 1. August 2020 außer Kraft. Ausbildungsverträge können nur noch in den neu geordneten Ausbildungsberufen abgeschlossen werden.
      
  • Der bisherige Ausbildungsberuf IT-System-Kaufmann/-frau wird in dem neuen Beruf Kaufmann/-frau für IT-System-Management fortgeführt und nimmt z.T. auch Inhalte des/der ehemaligen Informatikkaufmanns/-frau auf.
  • Der bisherige Ausbildungsberuf Informatikkaufmann/-frau wird durch den neuen Beruf Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement ersetzt.
  • Die Themen IT-Sicherheit und Datenschutz wurden deutlich ausgebaut. Soziale und personale Kompetenzen rücken noch stärker in den Mittelpunkt.
  • Die bisherige Zwischen- und Abschlussprüfung wird durch die Einführung einer gestreckten Abschlussprüfung (Abschlussprüfung in zwei zeitlich voneinander getrennten Teilen) ersetzt. Der 1. Teil der Prüfung fließt in das Ergebnis der Abschlussprüfung ein und muss bestanden werden.
  • Ausbildungsbetriebe, die bereits in IT-Berufen ausgebildet haben, müssen auf der Grundlage der neuen Verordnungen die sachlich-zeitliche Gliederung (betrieblicher Ausbildungsplan) Ihrer neuen Auszubildenden inhaltlich anzupassen.
Die Betriebliche Projektarbeit hat sich als Bestandteil der Abschlussprüfung bewährt und bleibt als solcher bestehen.

Die neuen IT-Ausbildungsberufe im Überblick:
Fachinformatiker/-in
  • Fachrichtung Systemintegration
    konzipieren, installieren und administrieren vernetzte IT-Systeme für interne und externe Kunden und Kundinnen.
  • Fachrichtung Anwendungsentwicklung
    entwickeln Softwarelösungen für interne und externe Kunden und Kundinnen.
  • Fachrichtung Daten- und Prozessanalyse
    stellen die Verfügbarkeit sowie Qualität und Quantität von Daten sicher und entwickeln IT-Lösungen für digitale Produktions- und Geschäftsprozesse.  
  • Fachrichtung Digitale Vernetzung
    arbeiten mit der Netzwerkinfrastruktur und den Schnittstellen zwischen Netzwerkkomponenten und cyber-Physischen Systemen. Sie vernetzen und optimieren Systeme und Anwendungen auf IT-Ebene. Sie sichern Daten gegen unerlaubte Zugriffe und vermeiden/beheben Systemausfälle.
IT-System-Elektroniker/innen
finden insbesondere Beschäftigung bei Herstellern und Betreibern von IT-Infrastrukturen und IT-Systemen sowie bei Installationsbetrieben für Sicherheitstechnik. Ihre Tätigkeit umfasst auch elektrotechnische Arbeiten im IT-Bereich.
Kaufmann/-frau für IT-System-Management
sind Fachkräfte für die Vermarktung und das Anbieten von IT-Dienstleistungen (Hardware/Software/Services). Darüber hinaus managen und administrieren sie IT-Systeme.  
Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement
sind Fachkräfte im Umgang mit Daten und Prozessen aus einer ökonomisch-betriebswirtschaftlichen Perspektive. Sie machen Informationen und Wissen verfügbar, um aus der zunehmenden Digitalisierung wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen; sie managen die Digitalisierung von Geschäftsprozessen auf der operativen Ebene.