Frische Luft an Deck

IHK Ostbrandenburg kritisiert neue Umgangsverordnung
 

Teils strengere Regeln als zuvor gelten für Ausflugsschifffahrten und Busreisen im Alltagsgeschäft mit Inkrafttreten der neuen Umgangsverordnung der Landesregierung. „Wir haben uns bezüglich der Ausflugsschifffahrt und Busreisen konkrete Maßnahmen gewünscht. Aber jetzt haben wir eine Verschärfung der Regeln”, kritisiert IHK-Tourismusexpertin Manuela Neumann. So müssen Gäste auf Ausflugsdampfern nun auch einen Mund-Nasen-Schutz auf dem Außendeck tragen. Zuvor war dieser nur unter Deck erforderlich. Unternehmer befürchten, dass mit diesem Zwang mehr Gäste fernbleiben. Sie rechnen mit noch stärkeren Umsatzeinbußen.
„Das bedeutet für uns der Abschied von der Fahrgastschifffahrt in Brandenburg”, sagt Michael Kutzker, Inhaber der Reederei Kutzker. „Seit drei Wochen dürfen wir wieder fahren und hatten die Hoffnung, dass es nun besser wird. Warum die Maßnahmen wieder verschärft werden, ist mir schleierhaft. Jetzt bleiben auch die letzten wenigen Gäste weg, weil sie selbst an der frischen Luft eine Maske tragen müssten. Viele wollen das nicht. Das höre ich auch täglich in Telefonaten. Fahrgäste verzichten dann lieber auf einen Ausflug.”
Die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz auch auf dem Außendeck trotz Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu tragen, gilt nur in Brandenburg. Diese Vorschrift ist bundesweit einmalig. Fährt ein Ausflugsschiff auf Berliner Gewässern, dürfen die Fahrgäste den Mund-Nasen-Schutz auf dem Außendeck abnehmen. Dieser Unterschied benachteiligt brandenburgische Reedereien im Wettbewerb.
Ein weiteres Problem: Mit der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht fällt auch das gastronomische Angebot an Bord weg. „Wir können unsere Gäste doch nicht mehrere Stunden ohne Getränke befördern. Das ist im Sommer nicht machbar”, beklagt Kutzker. Der Mund-Nasen-Schutz dürfe auf der gesamten Fahrt nicht abgenommen werden.
Busreisen bleiben unwirtschaftlich
Ähnlich betroffen von der neuen Umgangsverordnung sind Busunternehmen. Sie dürfen auch weiterhin nicht voll besetzt fahren. Für sie bleiben die Fahrten daher unwirtschaftlich.
Die Umgangsverordnung der Landesregierung gilt zunächst bis zum 16. August 2020.