09.10.2020 | Pressemeldung

Erneuter Rückschlag für Gastgewerbe

IHKs plädieren für bessere Teststrategie in Berlin und differenzierte Beherbungsverbote
Die Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg geben zu bedenken, dass das beschlossene Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten für das Gastgewerbe ein erneuter, herber Rückschlag ist.
Mit Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland stehen in sieben Bundesländern die Herbstferien vor der Tür, in denen viele Familien Urlaub gebucht haben.
Seit der Einstufung ganz Berlins als Risikogebiet und der Verpflichtung, einen negativen Test vorzuweisen, ist für viele Familien die Herbstreise unmöglich geworden.
Die IHKs plädieren daher dafür, dass sich Berlin schnell eine Strategie überlegt, nachweislich nicht-infizierten Personen eine Reise nach Brandenburg zu ermöglichen. Kurzfristig müssen ausreichend Test-Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden und dies zu moderaten Preisen.

Geschäftsreisende, wie z.B. Monteure dürfen bei Übernachtungsaufenthalten in Brandenburg nicht benachteiligt werden. Zudem muss geprüft werden, ob einzelnstehende Ferienhäuser von der Regelung ausgenommen werden können.

Das hilft nicht nur den Familien in Berlin, sondern rettet die Branche vor dem nächsten Kollaps.
Anja Witzlack vom Ferienpark Scharmützelsee berichtet: „Im Ferienpark Scharmützelsee kommen 37 Prozent der Anreisen der nächsten Tage aus Corona-Hotspots. Diese Gäste können wir leider nur mit negativen Corona-Attest aufnehmen.“
Bert Krsynowski, Vorsitzender des Tourismusausschuss der IHK Potsdam und Inhaber des Hotels & Restaurants Am Alten Rhin: „Rund 60 Prozent der gebuchten Zimmer muss ich aufgrund der Allgemeinverfügung stornieren. Unklar ist, wer die Kosten trägt. Die Verantwortung wird wieder auf uns Gastronomen übertragen.“
Dirk Meier, Vorsitzender des Tourismusausschusses der IHK Cottbus und Inhaber vom „Spreewald Resort“ in Burg (Spreewald) sagt: „Der Spreewald ist beliebt als Tagesdestination. Daher hoffen wir, dass die Berliner ihre Tagesausflüge während der Ferienzeit nicht absagen. Anders gestaltet sich es mit den Übernachtungsgästen. Hier schlägt die Entscheidung der Bundesländer voll negativ in das Konto der Beherbergungsunternehmen. Nach einem komplett ausgefallenen Frühling und guten Zahlen im Sommer, werden uns die Übernachtungsgäste aus Berlin im Herbst fehlen.“
Zwar dürfen Gäste mit einem Negativ-Test anreisen, aber es ist völlig unmöglich, so kurzfristig das Testergebnis zu erhalten. Der nächste Umsatzausfall droht dem Brandenburgischen Gastgewerbe. Trotz eines Sommers mit guter Buchungslage sank der Umsatz des Brandenburgischen Gastgewerbes im Juli 2020 um 16,9 Prozent unter das Vorjahresergebnis.