Gründen und Fördern

Entlastung für Selbständige mit geringem Einkommen

Ab dem 1. Januar 2019 sinken für Gründer und Selbstständige mit geringem Einkommen die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung. Das hat der Deutsche Bundestag kürzlich beschlossen.

Warum ist dieser Beschluss so wichtig?

 
Aktuell wird allen Selbstständigen im Haupterwerb pauschal ein Mindesteinkommen unterstellt. Anhand dessen werden auch die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung veranschlagt. In 2018 liegt diese sogenannte Mindestbemessungsgrundlage bei 2.283,75 Euro pro Monat. Ein stattlicher Verdienst, den Kleinunternehmer nur selten erreichen. Trotz geringer Einnahmen müssen auch sie mehr als 400 Euro für ihre Absicherung aufbringen. Anders als Angestellte, die sich diesen Beitrag mit dem Arbeitgeber teilen, tragen Selbständige die Kosten allein. Ausnahmen gibt es lediglich bei Härtefällen und Empfängern des Gründungszuschusses. Das ist unverhältnismäßig und schreckt auch so manchen potentiellen Unternehmensgründer ab.
 

Wie hoch ist die neue Bemessungsgrundlage?

 
Ab Januar werden Selbstständige allen anderen freiwillig Versicherten, wie zum Beispiel Rentnern oder Studenten gleichgestellt. Die Bemessungsgrundlage wird um mehr als die Hälfte, auf 1038,33 Euro, gesenkt. Daraus ergibt sich ein neuer Mindestbeitrag von rund 188 Euro.
 

Was müssen betroffene Unternehmer nun tun?

 
Sie können sich an ihre Krankenkasse wenden. Haben sie laut Einkommenssteuerbescheid monatlich durchschnittlich weniger als 2283,75 Euro Einkommen erwirtschaftet, sinkt ab Januar der Versicherungsbeitrag. Wurden weniger als 1038,33 Euro verdient, wird nur noch der Mindestbeitrag fällig.
 

Wie werden Gründer eingestuft?

 
Gründer, die zunächst voraussichtlich ein Einkommen unterhalb der neuen Mindestbemessungsgrundlage haben werden, zahlen nur den neuen Mindestbeitrag. Im Folgejahr wird die Krankenversicherung um Zusendung des Einkommenssteuerbescheids bitten. Wurde doch wider Erwarten mehr Geld verdient, wird eine Nachzahlung fällig. In diesem Fall empfiehlt es sich, private Rücklagen zu bilden.