Aus- und Weiterbildung

Tagung für Ausbilderinnen und Ausbilder 2017 in Erkner


Die IHK-Veranstaltung „Ausbilden in Ostbrandenburg“ in Erkner hat bereits Tradition. Zum sechsten Mal ließen sich Ausbilder und Personalverantwortliche bei der Tagung von den IHK-Experten fachliche Tipps für ihren Arbeitsalltag geben. Etwa 120 Gäste waren der Einladung in das Bildungszentrum Erkner gefolgt. Im Mittelpunkt standen der Umgang mit verhaltensauffälligen Auszubildenden und Gesundheit.
„Karriere machen ist den jungen Menschen wichtig“, sagte IHK-Präsident Dr. Ulrich Müller in seiner Begrüßung. Dieses Ziel könne mit einer soliden Ausbildung erreicht werden. Daher sei bei dieser Veranstaltung neben den fachlichen Expertenvorträgen der Austausch unter den Teilnehmern wichtig.
Zunächst wurde ein Unternehmen gewürdigt, das sich bereits um die Begleitung von Azubis auf ihrem Weg verdient gemacht hat. Die Ricky Neumann UG & Co. KG aus Panketal erhielt das „IHK-Siegel für exzellente Ausbildungsqualität“. Präsident Dr. Ulrich Müller überreichte es an den Firmenchef. Die Auszeichnung erhalten Betriebe, die sich für eine duale Ausbildung besonders gut einsetzen. Zuvor müssen sie sich bewerben. Wie Michael Völker, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Ausbildung, sagte, habe sich die Ricky Neumann UG & Co. KG besonders ausgezeichnet durch die Zusammenarbeit mit Schulen. Die Firma bietet ihren Auszubildenden auch Praktika im Ausland an.
Geehrt wurden auch Sarah Manuela Karasch, Jonas Scholz und André Wendt: Die Auszubildenden wurden als „Energie-Scouts“ ausgezeichnet. Sie entwickelten in Projekten Ideen, um den Energieverbrauch in ihren Unternehmen und damit die Kosten zu senken. Das nötige Wissen dazu vermittelte ihnen die IHK. Alle drei Geehrten fanden in ihren Firmen Möglichkeiten, um Druckluft einzusparen. Sarah Manuela Karasch ist Auszubildende in der Propapier PM 2 GmbH in Eisenhüttenstadt. Jonas Scholz arbeitet in der Astronergy GmbH in Frankfurt (Oder) und André Wendt ist für die Leipa Georg Leinfelder GmbH in Schwedt tätig.
Das zentrale Thema am Vormittag war der Umgang mit verhaltensoriginellen Auszubildenden. Der Diplom-Sozialpädagoge, Schauspieler und Theaterpädagoge Ulrich Krämer aus Bedburg bei Köln erklärte die Möglichkeiten für Ausbilder. Er beschrieb unter anderem typische Szenen aus dem Betriebsalltag wie das häufige unpünktliche Erscheinen eines Auszubildenden. Krämer verdeutlichte, dass es in solchen Situationen auf klares Verhalten des Ausbilders ankomme. Er solle auf die bestehenden Regeln hinweisen, jedoch die Situation nicht eskalieren lassen. Ebenso wichtig sei es, eine Lösung auszuhandeln und den Auszubildenden die generelle Wertschätzung spüren zu lassen. Krämer sagte, Ausbilder bräuchten „ein gewisses Maß an Flexibilität“. Sie dürften nicht starr sein.
Am Nachmittag besuchten die Teilnehmer der Tagung verschiedene Foren. Ulrich Krämer sprach zum Thema „Mit Provokation zur Integration?“. Im zweiten Forum gingen Mitarbeiter des ZAGG Zentrum für angewandte Gesundheitsförderung und Gesundheitswissenschaften in Berlin auf Gesundheitsaspekte einer Ausbildung ein. Sie stellten Ergebnisse einer Befragung von Auszubildenden durch die Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin vor. Im Mittelpunkt des dritten Forums standen Simulationsverfahren. Die Ausbilder hatten Gelegenheit, in einen Alterssimulationsanzug zu schlüpfen und direkt zu erleben, wie man mit Übergewicht oder Sehbehinderung durch den Alltag geht. Diese Erfahrungen sollen ihnen helfen, ihre Auszubildenden für den Umgang mit älteren Kunden zu sensibilisieren.