Industrie

Steigende Energie- und Rohstoffpreise werfen konjunkturelle Erholung zurück

Trotz der zunehmenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen hat sich die aktuelle Geschäftslage der Ostbrandenburger Industrie verschlechtert. Der Saldo aus einer guten und einer schlechten Geschäftslage verringerte sich vom Frühsommer zum Herbst von 25,4 Punkten auf 14,5 Zähler. Dies beruht zum einen auf dem gestiegenen Anteil der Unternehmen mit einer schlechten Geschäftslage. Zum anderen ist der Anteil der Unternehmen mit einer guten Geschäftslage auf etwas mehr als ein Drittel zurückgegangen. Der Saldo liegt damit unter seinem Niveau aus dem vergangenen Herbst.
Eine überraschende Entwicklung zeigt sich bei den Geschäftserwartungen der Ostbrandenburger Industrie. Obwohl sich die steigenden Energie- und Rohstoffpreise insbesondere auf die Industrie auswirken, ist der Saldo aus positiven und negativen Geschäftserwartungen unverändert geblieben. Er liegt nach wie vor bei -20,9 Punkten, sodass sich der Rückgang der positiven und negativen Aussichten die Waage hält. Seit dem Frühsommer 2019 rechnen damit kontinuierlich mehr Unternehmen mit schlechteren als mit besseren Geschäften.

Für das Investitionsklima in der Ostbrandenburger Industrie deuten die Ergebnisse in unterschiedliche Richtungen. So nahm der Anteil der investierenden Unternehmen gegenüber dem Frühsommer von 79,0 auf 87,9 Prozent zu. Der Saldo aus steigenden und fallenden Investitionen fiel dagegen leicht von 22,4 Punkten auf 20,9 Zähler. Demnach hat sich der Anteil der investierenden Unternehmen mit steigenden Ausgaben durchaus positiv entwickelt. Ihm steht allerdings ein etwas stärker gewachsener Anteil der Unternehmen mit fallenden Ausgaben gegenüber.

Bei den Investitionsmotiven spielt der Ersatzbedarf mit 75,4 Prozent weiterhin die wichtigste Rolle. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Produktinnovationen mit 48,3 Prozent und der Umweltschutz mit 40,3 Prozent. Eine geringere Relevanz haben Kapazitätsausweitungen mit 26,1 Prozent und Rationalisierungen mit 20,9 Prozent. Die wachsende Bedeutung des Umweltschutzes in den vergangenen Jahren dürfte dabei auch auf dem von der EU verfolgten Ziel der Klimaneutralität basieren.
Ungeachtet der unveränderten Geschäftserwartungen haben sich die Beschäftigungsabsichten der Ostbrandenburger Industrie eingetrübt. Der Saldo aus steigenden und fallenden Beschäftigtenzahlen fiel im Vergleich zum Frühsommer von 14,5 Punkten auf 10,1 Zähler. So ist der Anteil der Unternehmen mit geplanten Neueinstellungen einerseits zurückgegangen. Anderseits hat der Anteil der Unternehmen mit voraussichtlichen Entlassungen zugenommen. Nichtsdestotrotz rechnen nach wie vor mehr Unternehmen mit einer wachsenden statt mit einer sinkenden Personaldecke.

Wenngleich sich die Beschäftigungsabsichten im Herbst verschlechtert haben, bleibt der Fachkräftemangel mit 73,1 Prozent das zweitgrößte wirtschaftliche Risiko für die Ostbrandenburger Industrie. Das größte Problem sehen die Unternehmen mit 92,1 Prozent jedoch in den zuletzt deutlich angestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen. Von höherer Bedeutung sind darüber hinaus die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 48,8 Prozent.

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