Wirtschaft zum Ausbildungsstart im Land Brandenburg

Für rund 7.120 Ausbildungsbetriebe, davon über 3.500 im Handwerk und 3.620 in der Industrie, im Handel sowie im Dienstleistungsbereich ist das zweite Ausbildungsjahr im Pandemiemodus gestartet. Nach geschlossenen Betrieben, Homeoffice und Kurzarbeit blicken die ausbildenden Unternehmen hoffnungsvoll auf den Ausbildungsstart, hoffen sie, den Krisenmodus hinter sich lassen zu können.
Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge für das gerade angefangene Ausbildungsjahr 2021/2022 stimmt zuversichtlich: 5.486 junge Menschen starten in Brandenburg aktuell in ihre Ausbildung. Das sind 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr. 
Robert Wüst, Präsident des Handwerkskammertages des Landes Brandenburg, sagt dazu: “Die Ausbildungsbetriebe im Handwerk setzten unter Coronabedingungen alles daran, Ausbildung zu ermöglichen, neue zu schaffen und so ihre Fachkräftebasis zu stärken. Auf vielen Wegen begeisterten sie junge Schulabsolventen und Schulabsolventinnen, Eltern und Familien für einen der 130 Ausbildungsberufe im Handwerk und damit für sich selbst. Das Plus an Ausbildungsverträgen ist auch ihr Verdienst. Dennoch bleibt unsere Forderung an die Politik nach einer dauerhaften Entlastung gerade der Kleinst- und Kleinbetriebe bei den Ausbildungskosten. Jeder Ausbildungsbetrieb, der verloren geht, weil er Ausbildungskosten nicht mehr tragen kann, ist einer zu viel.“ 
Carsten Christ, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg für die Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburgischen Industrie- und Handelskammern: „Trotz Pandemie, trotz vager Zukunftsaussichten zählen wir mehr Ausbildungsverträge als vor einem Jahr. Das zeigt, dass die brandenburgischen Betriebe verstärkt auf die eigene Fachkräfteentwicklung setzen. Aber nach wie vor brauchen die Ausbildungsbetriebe gute Rahmenbedingungen: ausbildungsreife Schulabgänger, erreichbare Berufsschulen und eine zeitgemäße digitale Infrastruktur. Außerdem kann es nicht sein, dass Azubis bereits in der ersten Woche im neuen Schuljahr nicht unterrichtet werden können, weil altersbedingte Abgänge von Berufsschullehrern nicht adäquat ersetzt werden.“
Noch bis Ende Oktober können junge Menschen eine Ausbildung im Land Brandenburg beginnen. Die Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern des Landes melden aktuell noch rund 1.300 freie Lehrstellen in über 60 handwerksberufen und über 1.700 in Industrie, im Handel, der Gastronomie und im Dienstleistungsbereich. Experten der Passgenauen Besetzung matchen Ausbildungsinteressierte mit Unternehmen, helfen bei der Vorbereitung von Bewerbungsgesprächen oder der Erstellung von Bewerbungsunterlagen. 
Im Handwerk ist der Bedarf besonders in den Bereichen Kraftfahrzeugmechatroniker/in, Elektroniker/in, Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Metallbauer/in sowie Friseur/in groß. Die IHK meldet bei den Kaufleuten im Einzelhandel sowie den Metall- und Elektroberufen den größten Bedarf.  
Hintergrund
Über den Handwerkskammertag Land Brandenburg
Der Handwerkskammertag Land Brandenburg ist ein Zusammenschluss der Handwerkskammern Cottbus, Frankfurt (Oder) - Region Ostbrandenburg und Potsdam. Er vertritt die Interessen von rund 39.000 Handwerksbetrieben und ihren etwa 160.000 Beschäftigten, die jährlich einen Umsatz von über 15 Milliarden Euro erwirtschaften.
Der Handwerkskammertag setzt sich für die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Handwerksbranche im Land Brandenburg ein und bündelt die Kräfte und Gemeinsamkeiten des Handwerks. 
Über die Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburgischen Industrie- und Handelskammern
Die Landesarbeitsgemeinschaft ist eine Kooperation der drei Industrie- und Handelskammern im Land Brandenburg. Sie vertritt die Interessen von etwa 160.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung.