Umsetzungsempfehlungen für die Gastronomie zur Wiedereröffnung

Grundsätzliche Maßnahmen

Jeder Unternehmer ist angehalten ein Hygienekonzept nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts zum Schutz seiner Mitarbeiter und Gäste zu erstellen. Die erlassenen Hygienemaßnahmen bilden den Handlungsrahmen für alle im Unternehmen Beschäftigten und müssen auf Nachfrage vorliegen. Grundlage ist zudem die aktuell gültige SARS-CoV-2-Umgangsverordung und die damit zusammenhängenden getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung des Pandemiegeschehens.
Hinweise für Betreiberinnen und Betreiber von Gaststätten. Auf der Grundlage eines individuellen Hygienekonzeptes sind geeignete organisatorische Maßnahmen umzusetzen.
  • Keine Pflicht zur Vorlage eines Testnachweises (im Außenbereich sowie in der Innengastronomie) in Landkreisen und kreisfreien Städten bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 20 (35 ab dem 13. Oktober) 
  • Einschränkungen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 20 und darüber: Zutrittsgewährung nur für Gäste, die einen auf sie ausgestellten Testnachweis, geimpft oder genesen sind, vorlegen; die Vorlagepflicht gilt nicht für Gäste, die in den Außenbereichen der Gaststätte bewirtet werden oder die Sanitäreinrichtungen der Gaststätte aufsuchen
  • Platzieren von Gästen ohne Beachtung von Haushalts- oder Personengrenzen möglich
  • Steuerung und Beschränkung des Zutritts und des Aufenthalts aller Personen, Warteschlagen sind zu vermeiden
  • die Erfassung der Personendaten aller Gäste in einem Kontaktnachweis zum Zwecke der Kontaktnachverfolgung,
  • Einhaltung des Abstandsgebots zwischen den Gästen unterschiedlicher Tische und in Wartesituationen,
  • in geschlossenen Räumen ist das verpflichtende Tragen einer medizinischen Maske durch alle Personen, soweit sie sich nicht auf ihrem festen Platz aufhalten und der regelmäßige Austausch der Raumluft durch Frischluft einzuhalten
  • 2G-Optionsmodell für Genesene und Geimpfte (gleichermaßen auf Mitarbeiter anzuwenden) mit Erleichterung in den Abstandsregelungen, Maskenpflicht, Personenobergrenzen und Quadratmetervorgaben (Kontaktverfolgung und Hygienekonzepte gelten weiterhin)
Die Personendatenerfassung und die Zutrittsgewährung nur mit Testnachweise gelten nicht für: 
  • Gaststätten, die zubereitete Speisen oder Getränke ausschließlich zur Mitnahme im Rahmen des Außerhausverkaufs abgeben und keine Abstell- oder Sitzgelegenheiten bereitstellen,
  • Gaststätten im Reisegewerbe im Sinne des Brandenburgischen Gaststättengesetzes,
  • Verpflegungseinrichtungen (Mensen und Cafeterien) an Hochschulstandorten sowie an betrieblichen, beruflichen oder vergleichbaren Fortbildungseinrichtungen,
  • Kantinen für Betriebsangehörige sowie für Angehörige von Polizei und Zoll,
  • Rastanlagen und Autohöfe an Bundesautobahnen,
  • die Verpflegung im Zusammenhang mit Übernachtungsangeboten

Hinweise im Umgang mit Gästen

(beispielhafte Aufzählung, nicht abschließend)

Gäste: Wer darf kommen?

Testpflicht für die Innengastronomie, sofern die Inzidenz im Landkreis oder der kreisfreien Stadt über dem Wert 20 (35 ab dem 13. Oktober) liegt.
Besteht ein Testnachweis in der Innengastronomie, dürfen die Gäste dennoch den Innenbereich zur Nutzung der Sanitäranlagen ohne Testnachweis betreten. Gleiches gilt für Abholung von Speisen.
  • Geimpfte: Impfnachweis über erfolgte Impfung, die letzte erforderlichen Einzelimpfung muss 14 Tage zurückliegen
  • Genesene: Genesenen-Nachweis, Test muss mindestens 28 Tage sowie maximal 6 Monate zurückliegen
  • Getestet: Nachweis über ein negatives Testergebnis (Test darf nicht länger als 24 Stunden zurückliegen), Ausnahme: Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr sowie Schüler*innen (mind. zweimal im Rahmen eines verbindlichen Schulkonzepts getetestet, Bescheinigung durch Sorgeberechtigte)
  • Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen gelten nicht mehr für Geimpfte und Genesene.
Tipp: Aushang für Gastronomie “Wir können öffnen für” (Downloadbereich) und Plakate für Hygienemaßnahmen

Reservierung und Platzierung

  • eine Terminreservierung ist nicht obligatorisch
  • Für eine Besucherlenkung ist eine Einlasskontrolle und Platzanweisung zu empfehlen. Hierbei auf eine mögliche Absperrung an der Tür und den Mindestabstand achten.

Abstandsregelung und Kontaktbeschränkung

  • Es besteht keine Begrenzung der Anzahl der Personen- und Haushalte bei der Platzierung.
  • Es gilt in Brandenburg keine Kapazitätsobergrenze zu beachten, die maximale Personenanzahl regelt sich über den Abstand
  • Mindestens 1,50 Meter Abstand zwischen den Stühlen zu benachbarten Tischen, dazwischen dürfen sich keine Personen aufhalten
  • Gänge und Wege müssen so gestaltet sein, dass zwischen zwei Personen (Gast/Gast, Gast/Servicepersonal) mindestens 1,50 Meter Abstand eingehalten werden können, möglicherweise Einführung eines Wegeleitsystems
  • Markierungen am Boden zur Einhaltung des Abstands zum Beispiel an Bestell- und Verkaufstheken helfen den Gästen, sich zu orientieren
  • Abtrennungen zwischen Pass/Theke und Gastraum zum Schutz von Gästen und Mitarbeitern sinnvoll

Dokumentation: Kontakt und Status

  • Es besteht eine Dokumentationspflicht der Gäste zur Kontaktnachverfolgung. Der Name und die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse sind ausreichend. Zudem müssen das Datum und die Uhrzeit notiert werden.
  • Die Datenerfassung kann per Formular oder digital erfolgen. Bei der Verwendung der Luca-App muss zuvor geprüft werden, ob die Verknüpfung zum jeweiligen Gesundheitsamt gegeben ist. Andernfalls erfolgt die Dokumentation weiterhin über ein Formular.
  • Die Daten müssen vier Wochen aufbewahrt und anschließend vernichtet werden. Die Daten dürfen nicht zu Marketingzwecken (Newsletter) verwendet werden.
  • Bei der Verwendung von Kontaktformularen ist darauf zu achten, dass die Daten vor Dritten geschützt werden, das heißt pro Tisch sollte jeweils ein neues Formular verwendet werden.
  • Gastronomen sind für die Kontrolle der Nachverfolgbarkeit und Plausibilitätsprüfung verantwortlich.
  • Sichtung der Nachweise, ob der Gast geimpft, genesen oder getestet ist (keine Aufbewahrung notwendig)

Gästeverhalten

  • Hinweis an die Gäste, die Toilette jeweils einzeln aufzusuchen, das heißt abzuwarten bis der letzte Gast wieder am Tisch sitzt, um Warteschlangen und Gegenverkehr zu vermeiden.
  • Beim Verstoß gegen die Abstandsregeln sind die Gäste freundlich, aber bestimmt darauf hinzuweisen, dass dies zum Schutz der Mitmenschen zwingend erforderlich ist.
  • Gästen mit Erkältungssymptomen und/oder dem Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus ist der Zutritt zu verwehren.
  • Gästeinformation an Eltern, dass Kinder sich nicht in unmittelbarer Nähe von Desinfektionsspendern aufhalten und diese nicht berühren sollen.
Stand: 8. Oktober 2021