Klimaschutz in Rüdersdorf
Erfahrungsaustausch der Ausschüsse
Am 29.09.2011 trafen sich die Umweltausschüsse der Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg zu einer gemeinsamen Sitzung in Rüdersdorf. Zu Beginn berichteten die drei Vorsitzenden aus der Arbeit ihrer Ausschüsse. In allen drei Umweltausschüssen gleichermaßen diskutiert wurden die Energiestrategien des Bundes und des Landes sowie das Thema Sicherheitsleistung für Abfalllager. Im Umweltausschuss der IHK Cottbus wurden darüber hinaus sehr intensiv wasserrechtliche Fragen diskutiert. Der Umweltausschuss der IHK Potsdam beschäftigte sich mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Brandenburg und im Umweltausschuss der IHK Ostbrandenburg war ein Schwerpunkt in diesem Jahr das Chemikalienrecht. Im anschließenden Erfahrungsaustausch ging es um die Frage, wie die Belange der Wirtschaft besser in die politischen Entscheidungen eingebracht werden können. Vor allen Dingen wurde bemängelt, dass zu oft rechtliche Vorgaben ohne ausreichende Folgenabschätzung für die Wirtschaft in Kraft gesetzt werden. Den wirtschaftlichen Belangen in Gesetzgebungsverfahren mehr Gewicht zu verschaffen sehen die Ausschussmitglieder als eine Hauptaufgabe ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit an. Einig war man sich, dass hierzu die Zusammenarbeit zwischen den drei Umweltausschüssen weiter gepflegt und intensiviert werden soll. Gleichfalls sollte eine engere Verknüpfung zur IHK-Vollversammlung und zum Hauptamt erreicht werden.
Betriebliche Herausforderungen durch Klimawandel
Im fachlichen Teil der Beratung ging es um Fragen des Klimawandels. Peter Scur von der Cemex Deutschland AG stellte eindrucksvoll dar, wie das Zementwerk zur Verbesserung der Umweltsituation in der Region Rüdersdorf beigetragen hat. So wurden beispielsweise die Staubemissionen von 55.000 t im Jahr 1975 auf weniger als 100 t im Jahr 2002 reduziert. Hochmoderne Filtertechnik und ein zertifiziertes betriebliches Umweltmanagementsystem stellen sicher, dass auch zukünftig die Luft in Rüdersdorf sauber bleibt. Maja Rotter vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) ging in ihrem Vortrag auf die betrieblichen Herausforderungen ein, die der Klimawandel mit sich bringt. Einerseits sind Unternehmen angehalten, ihre Aktivitäten so zu gestalten, dass Emissionen vermieden und der fortschreitende Klimawandel vermindert wird. In erster Linie sind hier von den Unternehmen Energieeinsparpotenziale zu erschließen. Andererseits ist der Klimawandel ein Fakt, der von den Unternehmen bei ihren Risikobetrachtungen zu berücksichtigen ist. Extreme Wetterereignisse können sich direkt auf die Produktion oder auf Zulieferung oder Energieversorgung auswirken. Lebhaft diskutiert wurde von den Ausschussmitgliedern das Verhältnis der verschiedenen Managementsysteme im Umwelt- und Energiebereich zueinander. Vor allem ging es um die Frage, ob ein Unternehmen mit zertifiziertem Umweltmanagementsystem ein zusätzliches Energiemanagementsystem benötigt. Es wurde festgehalten, dass Unternehmen mit Umweltmanagementsystemen bereits gut aufgestellt sind, da in einem Umweltmanagementsystem bereits die Energiesituation mit betrachtet wird. Zu guter Letzt konnten sich die Teilnehmer der Beratung im Museumspark Rüdersdorf ein Bild von der Kalk- und Zementproduktion der vergangenen Jahrzehnte machen.






