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Sanierung der ehemaligen Kokerei Lauchhammer


m Mittelpunkt des 19. Bodenschutzforum am 21.09.2011 stand die Sanierung der ehemaligen Kokerei Lauchhammer. In der im Jahr 1951 errichteten Kokerei Lauchhammer wurden bis zu deren Stilllegung im Jahr 1991 nach dem sog. Lauchhammer-Verfahren Hochtemperaturkoks und Stadtgas hergestellt. Vor der Kokerei waren an dem Standort bereits eine Brikettfabrik und ein Chemowerk in Betrieb.
Einleitend gab Michael Matthes einen Überblick über die Sanierungsaufgaben der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Die Tagungsteilnehmer erfuhren, welche Sanierungsmaßnahmen bereits umgesetzt wurden und welche Technologien zur Anwendung kamen. Obwohl seit Gründung der LMBV im Jahr 1991 schon viel erreicht wurde, bleibt auch weiterhin viel zu tun. Besonders interessiert zeigten sich die Teilnehmer in der Diskussion an der weiteren Entwicklung zum Lausitzer Seenland.
Reinhard Herrmann stellte in seinem Vortrag die Geschichte des Standortes vom Aufschluss der Grube Milly im Jahr 1897 über die verschiedenen Nutzungen als Brikettfabrik und Chemowerk, den Zerstörungen im 2. Weltkrieg bis hin zur Kokerei. Das Sanierungskonzept basierte auf einer umfassenden Gefährdungsanalyse, wonach das Gelände in 5 Gefährdungsbereiche unterteilt wurde. Die Umsetzung einer Vielzahl von Einzelprojekten unter Einbindung vieler verschiedener Partner führten dazu, dass heute die sanierungserfolge deutlich sichtbar sind. In den nächsten Jahren werden weitere Maßnahmen, insbesondere zur Grundwasserreinigung und Nachsorge umzusetzen sein.
Thomas Espe und Dr. Hans-Dieter Beerbalk stellten in ihren Vorträgen die Sanierung durch Bodenumlagerung und die Grundwassersanierung vor. Ca. 500.000 m³ Boden mussten bewegt wurden. Fast der gesamte kontaminierte Boden konnte auf dem Gelände umgelagert und gesichert werden. Dadurch konnten in erheblichem Umfang Entsorgungskosten reduziert werden. Das für die Grundwassersanierung zum Einsatz kommende funel & gate – System zählt in seinen Ausmaßen von ca. 1.000 m Länge zu den größten seiner Art.
Dr. Konrad Wilhelm stimmte mit seinem Vortrag über die Biotürme Lauchhammer die Tagungsteilnehmer auf die folgende Besichtigung des Standortes ein. In den Biotürmen wurde bis Ende 2002 phenolhaltiges Wasser durch Mikroorganismen gereinigt. Heute sind die Biotürme das letzte sichtbare Überbleibsel der Kokerei und sollen zu einer Touristenattraktion entwickelt werden. Die Tagungsteilnehmer konnten sich am Nachmittag vor Ort ein Bild über den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten machen und sich von der Attraktivität der Biotürme überzeugen.

110921Überblick 110921Biotürme 

110921Linde 110921Bioturminnen

© IHK Ostbrandenburg (4 Fotos) 

 

Vortragsunterlagen:

  1. Sanierungsaufgaben der LMBV in der Lausitz
    Michael Matthes, LMBV
    Foliensatz (15 MB)
  2. Die ehemalige Kokerei Lauchhammer: Geschichte, Sanierungskonzept und mögliche Nachnutzung
    Reinhard Herrmann, LMBV
    Foliensatz (6 MB)
  3. Sanierung durch Bodenumlagerung
    Thomas Espe, IPE Ingenieurbüro Thomas Espe
    Foliensatz (2,4 MB)
  4. Aktive und passive Grundwasserreinigung
    Dr. Hans-Dieter Beerbalk, Büro Dr. Beerbalk
    Foliensatz (3,3 MB)
  5. Die Biotürme Lauchhammer
    Dr. Konrad Wilhelm, Traditionsverein Braunkohle Lauchhammer e.V.
    Vortrag (1,5 MB) Foliensatz (1,3 MB)

Weitere Informationen unter:

  • http://www.lmbv.de/pages/home.php?idpage=136
  • http://www.biotuerme.de/
  • http://www.tv-braunkohle.de/

 

 

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Veröffentlicht: Januar 2012
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