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Kita-Check 2008


Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Thema, dem sich der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und die IHK Ostbrandenburg in den letzten Jahren verstärkt zuwenden. Bereits im Jahr 2004 fand eine erste bundesweite Befragung von Kindertageseinrichtungen durch die IHK-Organisation statt, dabei fanden zwei Kitas aus Ostbrandenburg den Weg auf das „Siegertreppchen“.
Da dieses Thema aufgrund des demographischen Wandels und der immer höher werdenden Anforderungen der Unternehmen an ihre Angestellten an Bedeutung gewinnt, wurde diese Umfrage vom DIHK und der IHK Ostbrandenburg in diesem Jahr wiederholt. Die von den Unternehmen immer stärker geforderte Flexibilität und Mobilität der Angestellten können Eltern nur gewährleisten, wenn sie ihre Kinder in guter Obhut wissen. Hierbei spielen nicht nur die Quantität der Kindertagesstätten wie beispielsweise die Wartezeiten, sondern auch die Qualität der Kitas eine große Rolle. Ziel der Umfrage war es eine Bestandsaufnahme der derzeitigen Situation im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erhalten, um von dieser Grundlage ausgehend Vorschläge zur Verbesserung der Situation machen zu können.

Die Ergebnisse in einzelnen:

Anzahl der Kitas, die teilgenommen haben: 231


Trägerschaft:

  • Die größte Zahl der beteiligten Kitas wird von Kommunen verwaltet (110), gefolgt von den Wohlfahrtsverbänden (53), den freien Trägern (39), den privat-gewerblichen Einrichtungen (13) und schließlich den kirchlichen Trägern (12).

Anzahl der betreuten Kinder:

  • Die meisten Kitas betreuen keine Kinder unter einem Jahr (149 Kitas). 47 von 218 Kitas betreuen ein, zwei beziehungsweise drei Kinder dieser Altersstufe.
  • In einem Großteil der Kitas (ca. 123) werden sechs bis 25 Kinder zwischen eins und drei Jahren betreut. Die höchste Zahl der betreuten Kinder liegt bei 57.
  • Bei den Drei- bis Sechsjährigen ist die Bandbreite weitaus größer. Dort werden von 0 bis zu 196 Kinder betreut. Dies betrifft auch die Anzahl der Schulkinder, wobei sich hier die Spannbreite zwischen 0 und 450 bewegt. Der Großteil der von uns befragten Kitas (117) betreut jedoch keine Schulkinder.

Anzahl der Betreuer:

Die Anzahl der Betreuer liegt im Mittelwert bei 7,8. Die Betreueranzahl schwankt von einem Betreuer in kleineren Kitas bis zu 30 in größeren.

Freie Plätze/Wartelisten/Wartezeit:

  • 108 Einrichtungen von 226 Einrichtungen, die diese Frage beantworteten, gaben an freie Plätze zu haben. 118 beantworteten diese Frage negativ. Dies entspricht einem Prozentsatz von 52,2%. 119 Kitas haben Wartelisten.
  • Die Wartezeit liegt im Durchschnitt bei 7,2. Sie reicht von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren.


Betreuungszeit:

  • 99,6% der Kitas bieten Mittagsbetreuung an.
  • 4% der Kitas bieten Betreuung am Samstag.
  • 64,4% der Kitas haben keine Schließzeiten in den Ferien. Darüber hinaus bieten 33,2% der Einrichtungen Alternativbetreuung. Dies bedeutet, dass beinahe alle Kitas eine Betreuung über die Ferienzeit gewährleisten.
  • 96,5% der Einrichtungen geben an die Einrichtung schon vor 7.30 Uhr zu öffnen. Jedoch haben nur ca. 19% der Kitas länger als bis 18.00 Uhr geöffnet.
  • Bei 86,2% der Kitas kann die Betreuungszeit individuell vereinbart werden. Bei einigen Antworten zu dieser Frage wurde der Eindruck erweckt, dass zwar eine individuelle Vereinbarung, jedoch keine individuelle Abrechnung möglich sei.

Betreuungsangebot:

  • Die Betreuung in Ausnahmefällen gewährleisten 92,5%.
  • Mit 98% bieten beinahe alle Kitas ein Mittagessen an. Darüber hinaus bieten ca. 71% Frühstück. Dies sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob das Frühstück von zu Hause mitgebracht worden ist, oder vor Ort vorbereitet wird. 22% gewährleisten auch ein Abendessen.
  • Etwa die Hälfte der Kitas geben an, Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund anzubieten. 87% der Einrichtungen bieten zusätzliche Förderangebote. Dies können Musik, Sport, Tanz oder die Sprachstandserhebung vor der Einschulung sein.


Kooperationen mit Unternehmen:

  • Durchschnittlich wenige Kitas unterhalten Kooperationen mit Unternehmen. Dabei liegt die Kooperation im Hinblick auf Belegplätze und Notfallbetreuung zwischen 5% und 9%. Wobei die Kooperation bei der Ferienbetreuung und beim Sponsoring bei ca. 30% liegt.

Zuschüsse aus öffentlicher Jugendhilfe:

  • Ca. 77% der Einrichtungen erhalten Zuschüsse aus der öffentlichen Jugendhilfe.

Aufnahme von Kindern aus anderen Kommunen:

  • Beinahe 96% der Kitas nehmen Kinder auf, deren Wohnsitz nicht in der Kommune liegt.

Insbesondere im Hinblick auf den Betreuungsschlüssel (Kinder pro Erzieher) weist das Land Brandenburg das bundesweit ungünstigste Verhältnis auf. Hier besteht noch erheblicher Nachholbedarf wenn eine Steigerung der Qualität in der Kinderbetreuung erreicht werden soll, nach wie vor gibt als allerdings in einige Regionen auch noch ein Quantitätsproblem.

Von den beteiligten Kindertagsstätten hat die IHK Ostbrandenburg je Landkreis eine Einrichtung ausgesucht, die sich insbesondere durch lange (flexible) Öffnungszeiten und durchgängige Betreuung in den Sommerferien auszeichnen. Diese Kitas wurden durch die IHK mit einem Scheck im Wert von 500 Euro prämiert. Die Preisträger sind die „Kita unterm Regenbogen“ in Schöneiche bei Berlin, die Kita „ Juri Gagarin“ in Strausberg, die Kita „Sonnenschein“ in Eberswalde, das „Kinderhaus am Südring“ in Frankfurt (Oder) sowie „Uckis Spatzenhaus“ in Schwedt/Oder.

Stand: August 2008

Ihr Ansprechpartner:

Daniel Jungmann
Daniel Jungmann
Referent der Geschäftsführung
Tel.: 0335 5621-1022
Fax: 0335 5621-1090
jungmann@ihk-ostbrandenburg.de
Raum: 3. B 16
Veröffentlicht: September 2008
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