Die Entstehung der IHK Ostbrandenburg
Die IHK im Wandel der Zeit Die frühen Formen kaufmännischer Zusammenschlüsse um das 14. Jahrhundert führten schon zu einer gewissen Selbstverwaltung in örtlichen Wirtschaftsfragen. Vor der Kaufmannschaft lag jedoch noch ein langer Weg, bevor sie ihre Selbstverwaltungsaufgabe verstehen lernte. So entstand 1797, als eine der ältesten IHKs in Deutschland, die Kammer Köln. Das Kammergesetz von 1870 hat zum ersten Mal die Aufgabe der Kammern, das Gesamtinteresse der Wirtschaft zu wahren, normiert und zum Leitgedanken der Kammerarbeit gemacht.
Die Geschichte der IHK Ostbrandenburg begann am 10. August 1863. In den Archiven der Stadt ist nachzulesen: "Die Handelskammer für die Stadt Frankfurt an der Oder und die zu derselben gehörigen Kämmereidörfer, mit einem 43 400 Einwohner umfassenden Bezirk, ist mittels allerhöchster Order am 10. April 1863 errichtet worden". Noch im Dezember des gleichen Jahres fanden für diese Gremien die ersten Wahlen statt. Der erste Vorsitzende war der Kaufmann Heinrich Tillich. Er wurde im darauf folgenden Jahr am 4. März gewählt. Zu den späteren Vorsitzenden gehörten u.a. Felix Mende (1892 –1898), Paul Steinbock (1891–1892 und 1898–1903), Carl Fahlen (1903 – 1913).
Von ihrer Gründung im Jahre 1863 bis 1938 hatte die Handelskammer ihren Sitz im Fachwerkhaus in der heutigen Rosa-Luxemburg-Straße in Frankfurt (Oder).1938 zog man in die Halbe Stadt um.
1894 wurde der Bezirk der Kammer nach einem Erlass des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe ausgedehnt. Er umfasste nun neben der Stadt Frankfurt und den zugehörigen Kämmereidörfern die Kreise Königsberg/Neumark, Lebus, West-Sternberg, Züllichau-Schwiebus und Guben-Land.
In der Zeit des Nationalsozialismus erfolgte praktisch die Liquidation der IHK für Frankfurt (Oder) und die dazugehörigen Kämmereidörfer. Übrig blieb eine Verwaltungsstelle der Wirtschaft des Nazi-Staates.
Mit der Zerschlagung der nationalsozialistischen Verwaltungsstrukturen gab es im Herbst 1945 erfolgreiche Bestrebungen der Landes- und Provinzialverwaltungen zur Wiedergründung einer Industrie- und Handelskammer, als Bezirksgeschäftsstelle Frankfurt (Oder).
In der DDR ist die Geschichte der Kammer wechselvoll. Während 1951 in Dokumenten noch die Bezeichnung "Industrie- und Handelskammer des Bezirkes Frankfurt (Oder)" geführt wird, erfolgte Anfang der achtziger Jahre die Umwandlung der Kammer in "Handels- und Gewerbekammer des Bezirkes Frankfurt (Oder)" mit Außenstellen in Fürstenwalde und Eberswalde. Zwischendurch, im Jahre 1958, bekamen die Wirtschaftsräte Aufgaben der Kammern übertragen. Diese Situation bedeutete für die Kammern enorme Kompetenzverluste.
Am 14. Februar 1990 wurde die Industrie- und Handelskammer Frankfurt (Oder) wieder zum Selbstverwaltungsorgan der Wirtschaft. Der Neubeginn fand unter recht abenteuerlichen Verhältnissen in der Oderallee statt, denn auf keinen der ehemaligen Kammersitze konnte zurückgegriffen werden. Noch im selben Jahr standen deshalb zwei weitere Umzüge bevor. Der letzte Umzug erfolgte schließlich Weihnachten 1997. Der Neubau in der Puschkinstraße 12 b vereinte alle Mitarbeiter unter einem Dach. Bis dahin wurde an drei unterschiedlichen Standorten der Stadt gearbeitet.
Seit der Kammergebietsreform vom 1.Januar 1995 umfasst der Bezirk der IHK Ostbrandenburg eine Fläche von 9.070 km². Dazu gehören die vier Landkreise Barnim, Märkisch Oderland, Oder-Spree, Uckermark und die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder). Um dem großen IHK-Bezirk und alle Mitgliedsunternehmen zwischen Schwedt und Eisenhüttensstadt Berlin und der Oder besser abzubilden, beschloss die IHK-Vollversammlung die Umbenennung der IHK Frankfurt (Oder) in IHK Ostbrandenburg zum 1. Januar 2008.







