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15. Gemeinsamer Konjunkturreport Berlin-Brandenburg


Gedämpfte Erwartungen in der Metropolregion Berlin-Brandenburg

Gemeinsame Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg: Aktuelle Geschäftslage überwiegend gut.

Ungeachtet der konjunkturellen Turbulenzen schätzen die Unternehmen in der Wirtschaftsregion Berlin und Brandenburg ihre aktuelle Situation nach wie vor recht gut ein. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern beider Bundesländer hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Danach sprechen derzeit noch fast 80 Prozent der Berlin-Brandenburger Unternehmen von einer guten bzw. zufriedenstellenden Geschäftslage. Allerdings hat sich das Bild speziell in den Bereichen Industrie, Dienstleistungen und Verkehr eingetrübt.

In der ersten Januarhälfte 2009 sind insgesamt 4700 Unternehmen der Branchen Industrie, Handel, Dienstleistungen, Verkehr und Bauwirtschaft befragt worden. Der Nachfragerückgang in einzelnen Branchen sowie die allgegenwärtig spürbare Verunsicherung lassen auch die Unternehmer der Metropolregion von den weltwirtschaftlichen Entwicklungen nicht unberührt. So blicken sie eher mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Der Saldo aus positiven und negativen Geschäftserwartungen verringert sich gegenüber der Vorjahresumfrage um 36 Prozentpunkte. Die Erwartungshaltung der Dienstleistungsunternehmen ist im Branchenvergleich noch am wenigsten von Pessimismus geprägt. Vor allem bei den Industrie- und Verkehrsunternehmen ist eine starke Eintrübung der Zukunftserwartungen zu verzeichnen. Die Folge ist ein signifikanter Rückgang des länderübergreifenden Konjunkturklimaindexes, der sich aus den Einschätzungen der Unternehmen zur aktuellen Lage sowie ihren Zukunftserwartungen zusammensetzt. Nach 119 Punkten im Vorjahr erreicht der Index aktuell einen Wert von 86 Punkten.

Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Berlin, sagte zur Geschäftslage sowie zu den Kreditkonditionen: „Die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg war 2008 zunächst auf einem guten Weg. Die Finanz- und Konjunkturkrise haben das Ergebnis dann allerdings gedrückt. Zwar lag am Ende des Jahres das Bruttoinlandsprodukt in Berlin bei 1,6 Prozent und in Brandenburg bei 0,8 Prozent und damit im grünen Bereich. Dennoch wäre ein besseres Abschneiden möglich gewesen. Diese Tendenz zum Abschwung spiegelt sich auch bei den Unternehmern wider. Zwar beurteilen gegenwärtig noch 27 Prozent der Unternehmen in der Region ihre Lage als gut. Aber gut ein Fünftel ist überhaupt nicht zufrieden – fast doppelt so viele wie vor einem Jahr. Eine gute Nachricht ist jedoch, dass es aktuell keine Kreditklemme gibt, auch wenn nach unserer Umfrage etwa ein Fünftel der Unternehmen Verschlechterungen der Kreditkonditionen beklagen.“

René Kohl, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam, sagte: „Die Geschäftserwartungen orientieren sich offenbar auch an der öffentlichen Wahrnehmung. Die Konjunkturpakete der Bundesregierung sowie die Berliner und Brandenburger Unterstützungen werden helfen, die Stimmung bei den Unternehmern zu verbessern. Bei den Dienstleistungsunternehmen ist der Optimismus am stärksten: Immerhin 13 Prozent erwarten eine Verbesserung der Geschäfte. Der Rückgang im Exportgeschäft trifft die Berlin-Brandenburger Unternehmen nicht mit der Intensität wie im Westen der Republik. Fast die Hälfte der Unternehmen berichtet von steigenden bzw. unveränderten Exporten. Allerdings sind auch bei den exportierenden Industrieunternehmen die Erwartungen an das zukünftige Exportgeschäft eher zurückhaltend.“

„Die Personalplanungen zeigen, dass die Mehrheit von rund drei Vierteln der Unternehmen ihren Personalbestand auch in 2009 halten oder sogar ausbauen will“, sagte Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus. „Dennoch kann die lang anhaltende Erho-lungsphase auf dem Arbeitsmarkt 2009 nicht fortgesetzt werden. Rund jedes vierte Unternehmen sieht sich in den nächsten Monaten gezwungen, den Personalbestand zu verringern. Deutlich ist jedoch das Bestreben der Unternehmen, ihre Fachkräftebasis bis zur nächsten Konjunkturbelegung zu sichern. Das unterstreicht die Tatsache, dass in Berlin und Brandenburg 62 Prozent der Unternehmen von gleichbleibenden und 11 Prozent sogar von zunehmenden Beschäftigtenzahlen ausgehen. Am Ausbildungsmarkt ist dies ebenfalls spürbar. Unsere Prognosen gehen davon aus, dass sich die Anzahl der abgeschlossenen Berufsausbildungsverträge 2009 nur leicht unter dem hohen Niveau des Vorjahres bewegen wird.“

„Angesichts der unsicheren Zukunftserwartungen hat sich auch die Investitionsbereitschaft etwas eingetrübt. Gerade die Investitionsabsichten sind ein wichtiger Indikator für die zukünftige konjunkturelle Entwicklung“, sagte Gundolf Schülke, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg. „Und die Botschaft für Berlin und Brandenburg ist insgesamt gar nicht so schlecht: Immerhin plant jedes zweite Unternehmen in Berlin und Brandenburg für 2009 mit gleich bleibenden bzw. steigenden Investitionen. Rund ein Drittel der Unternehmen rechnet mit rückläufigen Investitionsausgaben, und nur 13 Prozent der Unternehmen wollen angesichts der aktuellen Lage nicht investieren.“ Die wachsende Mehrheit der Unternehmen in Berlin und Brandenburg wünscht sich eine zügige Fusion beider Bundesländer. Zwischen der Wirtschaft in den beiden Bundesländern bestehen intensive Kontakte, für 84 Prozent der Unternehmen ist auch der jeweils andere Markt wichtig. Deshalb verspricht sich die Wirtschaft durch ein gemeinsames Bundesland u. a. weitere Vorteile beim Abbau der Bürokratie, der Optimierung der Infrastruktur oder auch der Vereinheitlichung der Fördermaßnahmen

Der vollständige Bericht steht Ihnen als PDF-Datei zur Verfügung.

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Robert Radzimanowski
Robert Radzimanowski
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Veröffentlicht: Oktober 2010
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