Resolution des Berufsbildungsausschusses der IHK Ostbrandenburg
Ostbrandenburg droht Fachlehrermangel in der beruflichen Bildung!
Der IHK-Bezirk Ostbrandenburg steht in den nächsten 10 Jahren vor tiefgreifenden Umwälzungen:
Rückgang der Schulabgängerzahlen, Abwanderung leistungsstarker Jugendlicher und Bevölkerungsrückgang in den großen Städten werden für die Situation kennzeichnend sein. Diese Entwicklung verschärft sich durch eine erwartete Fachkräftelücke nicht nur in den ingenieurtechnischen Berufen, sondern auch im Facharbeiterbereich durch den Renteneintritt von bis zu 20 Prozent der Beschäftigten in einzelnen Berufen.
Die Situation am Ausbildungsmarkt stellt sich im Mai 2005 jedoch noch unverändert problematisch dar. Nicht allen Jugendlichen können die Betriebe des Kammerbezirkes einen Ausbildungsplatz anbieten. Mit den Aktivitäten der Akteure des Brandenburger Ausbildungskonsenses und insbesondere des Ausbildungsprogramms Ost von Bund und Land wird es auch in diesem Jahr gelingen, allen Ausbildungswilligen ein Angebot zu machen. Kennzeichnend für die Brandenburger Ausbildungsaktivitäten ist die Möglichkeit eines Kammerabschlusses auch in berufsfachschulischen Bildungsgängen.
Zu den Bedingungen der Umsetzung des Bund-Länder- und Landesprogramms gehört die Ausstattung der Oberstufenzentren mit adäquat qualifizierten Fachlehrern. Angesichts eines auch in diesem Jahr nicht zu erwartenden Rückgangs an Ausbildungsplatzbewerbern und dem Auslaufen befristeter Arbeitsverträge von berufsspezifisch qualifizierten Lehrkräften ist ein erfolgreiches Wirken der regionalen Partner nicht gesichert. Sollten die Befristungen wirksam werden, fehlen zum August allein im IHK-Bezirk Ostbrandenburg 49 VZE für Fachlehrkräfte zur Erfüllung des Brandenburger Ausbildungskonsenses und des Ausbildungsprogramms Ost in vergleichbarer Anzahl und Qualität des Vorjahrs.
Die zusätzlichen Ausbildungsanstrengungen der Wirtschaft im Rahmen des Nationalen Paktes für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs entfalten ihren Nutzen nur, wenn alle Partner einen qualifizierten Beitrag zur Fachkräftesicherung in unserer Region leisten. Dazu gehört, dass die Oberstufenzentren als Partner der Wirtschaft den für eine hochwertige Ausbildung notwendigen Fachunterricht sicherstellen. Der Berufsbildungsausschuss der IHK Ostbrandenburg fordert deshalb die Landesregierung auf, die erforderlichen Stellenzuweisungen (VZE) speziell für die berufliche Bildung vorzunehmen.
Im Sinne einer schnellen und konstruktiven Lösung erwartet der Berufsbildungsausschuss ein kurzfristiges Gesprächsangebot des MBJS.
Sieglinde Schary
Vorsitzende des
Berufsbildungsausschusses
der IHK Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder), 25. Mai 2005






