Was ist eine Einstiegsqualifizierung?
Ausbildungswillige und ausbildungsfähige junge Menschen sollen ein Angebot erhalten, wenn sie nach den bundesweiten Nachvermittlungsaktionen im Herbst keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Das Potenzial dieser Jugendlichen ungenutzt zu lassen, kann nicht im Sinne von Wirtschaft und Gesellschaft sein. Das Ziel der betrieblichen Einstiegsqualifizierung mit IHK-Zertifikat heißt: Potenziale erschließen durch den Einstieg in Ausbildung und Arbeit.
Jugendliche erhalten mit der Einstiegsqualifizierung die Möglichkeit, in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten Teile eines Ausbildungsberufes, einen Betrieb und das Berufsleben kennen zu lernen. Die Einstiegsqualifizierung dient als Türöffner für Ausbildung oder BeschäftigungWie profitiert Ihr Unternehmen?
Die Erfahrung der letzten Jahre haben gezeigt: Für die Betriebe ist die EQ eine große Chance! Über 60% der EQ-Absolventen haben in den letzten Jahren im Anschluss einen Ausbildungsplatz erhalten. Warum die EQ ein Erfolgsmodell ist, hat ein gute Gründe:
- Sie müssen sich nicht gleich auf drei Jahre binden und sehen in dieser Zeit mehr, als Schulzeugnisse aussagen.
- Noch nicht ausbildende Betriebe können selbst in die Ausbildung einsteigen. Auch Betriebe, die nicht alle Anforderungen an eine komplette Ausbildung erfüllen, können mitmachen. Der Betrieb muss spezielle Tätigkeitsbereiche des betreffenden Ausbildungsberufs vermitteln können.
- Die demografische Situation lässt rückläufige Bewerberzahlen und Fachkräftemangel erwarten. Dadurch wird dieses Angebot, auch Jugendliche mit schlechten Noten zu testen, interessanter.
- Die Betriebe können die Jugendlichen an eine Ausbildung heranführen. Der Übergang in eine Ausbildung oder Beschäftigung ist jederzeit möglich.
- Einstiegsqualifizierungen sind aus allen Berufen ableitbar. Alle Tätigkeitsbereiche sind möglich. Sie können abhängig von der Entwicklung der Jugendlichen und den betrieblichen Gegebenheiten flexibel gestaltet werden.
- Sie bieten Jugendlichen, die noch nicht voll ausbildungsfähig sind eine neue Chance. Damit ist auch ein Imagegewinn für Ihr Unternehmen verbunden!
Was müssen Unternehmen tun?
Zuerst informieren Sie sich bei der IHK, inwieweit eine Einstiegsqualifizierung in Ihrem Unternehmen möglich ist.
- Sie schließen mit den Jugendlichen einen Vertrag über die Einstiegsqualifizierung. Vertragsmuster und Beispiele für Einstiegsqualifizierungen sind bei der IHK erhältlich. Sie können weiter Tätigkeitsbereiche gemeinsam mit dem Ausbildungsberater der IHK festlegen.
- Sie setzen die Jugendlichen in Ihrem Unternehmen ein und vermitteln die fachspezifischen und sozialen Kompetenzen. Die Jugendlichen verpflichten sich zu lernen.
- Bei Berufsschulpflicht (landesspezifisch unterschiedlich) ermöglichen Sie den Jugendlichen den Schulbesuch.
- Sie stellen einen Antrag auf Erstattung der Praktikumsvergütung bei der Agentur für Arbeit. Diese erstattet die Vergütung der Einstiegsqualifizierung von bis zu 216 Euro monatlich zzgl. des Gesamtsozialversicherungsbeitrages.
- Sie melden den Jugendlichen bei der Krankenkasse und der Berufsgenossenschaft an.
- Sie stellen am Ende der Einstiegsqualifizierung ein betriebliches Zeugnis aus, bewerten die Leistungen und senden eine Kopie des Zeugnisses an die IHK.
- Die IHK vergibt ein Zertifikat, das den Übergang in eine spätere Ausbildung oder Berufstätigkeit erleichtert.
- Bei anschließender Ausbildung kann die Ausbildungszeit um bis zu sechs Monate verkürzt werden.







